Ablauf einer Schmerztherapie

Im Orthozentrum Bergstraße in Heppenheim bieten wir umfangreiche Behandlungs­möglichkeiten in der Schmerzmedizin. Unser Ziel ist es, Patienten und Patientinnen eine individuell abgestimmte Therapie zur Linderung chronischer und akuter Schmerzen zu ermöglichen. Im Folgenden erfahren Sie mehr über den Ablauf und die Dauer einer Schmerztherapie.

12 Minuten

Zuletzt aktualisiert: 14.02.2025

Individuelle Therapie­ansätze zur Schmerzbewältigung

Chronische Schmerzen können die Lebensqualität und Berufsfähigkeit erheblich einschränken. Daher gibt es verschiedene ambulante und stationäre Schmerztherapien, die darauf abzielen, Schmerzen zu lindern und den richtigen Umgang damit zu erlernen. Je nach Ursache und Intensität der Beschwerden wird ein individuell abgestimmter Therapieplan erstellt, der medikamentöse, physikalische und psychotherapeutische Ansätze kombinieren kann.

Unterschiedliche Schmerzarten und ihre Wahrnehmung

Schmerz kann in vielen Formen auftreten und ganz unterschiedlich wahrgenommen werden – etwa als dumpf, brennend, stechend oder pochend. Ebenso vielfältig sind die möglichen Ursachen. Die individuelle Schmerz­wahrnehmung und der persönliche Umgang mit Schmerzen variieren dabei von Mensch zu Mensch.

Akute Schmerzen

Warnsignal des Körpers

Akute Schmerzen sind eine direkte Reaktion des Körpers auf ein schädigendes Ereignis, wie eine Verletzung. Sie dienen als Warnsignal und verschwinden in der Regel nach der Heilung der Ursache.

Chronische Schmerzen

Eigenständige Erkrankung
Chronische Schmerzen hingegen haben oft kein einzelnes auslösendes Ereignis und bestehen mindestens drei Monate. Sie können sowohl dauerhaft als auch wiederkehrend auftreten und stellen eine eigenständige Erkrankung dar, die eine gezielte Therapie erfordert.

Wie läuft eine Schmerztherapie ab?

Anamnese – die Grundlage der Schmerzdiagnose

Vor der Therapie steht immer eine ausführliche Anamnese. Sie bildet die Basis für eine präzise Schmerzdiagnose und ermöglicht eine detaillierte Analyse der individuellen Alltags­einschränkungen. Da das Schmerz­empfinden von Person zu Person unterschiedlich ist, helfen Schmerz­beschreibungen und Schmerz­skalen dabei, den weiteren Verlauf der Therapie zu planen. Auch die Auswertung vorhandener medizinischer Befunde ist ein wichtiger Bestandteil.

Diagnostik – Ursachen gezielt eingrenzen

Nach der Anamnese folgt eine körperliche Untersuchung des Bewegungssystems. Dieser Schritt hilft dabei, die Schmerzursache genauer zu bestimmen und mögliche Verdachts­diagnosen einzugrenzen. Falls erforderlich, können bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT oder CT ergänzend eingesetzt werden, um eine genauere Diagnose zu stellen.

Therapieziel festlegen – individuelle Behandlungsplanung

Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse wird gemeinsam ein passendes Behandlungs­konzept erstellt. Ein zentraler Aspekt ist die Festlegung des Therapieziels: Geht es primär um eine Schmerzlinderung oder soll zusätzlich die Beweglichkeit und der generelle Umgang mit dem Schmerz verbessert werden?

Verlaufskontrollen – Therapieerfolg sicherstellen

Nach Beginn der Therapie erfolgen regelmäßige Verlaufskontrollen. So kann überprüft werden, ob die Behandlung den gewünschten Erfolg bringt oder Anpassungen notwendig sind, um die bestmögliche Schmerzreduktion und Lebensqualität zu erreichen.

Ambulante oder stationäre Schmerz­therapie – welche ist die richtige?

Wenn Sie sich nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt für eine Schmerztherapie entschieden haben, muss zunächst festgelegt werden, in welchem Rahmen diese stattfinden soll. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen ambulanter und stationärer Therapie.

Ambulante Schmerz­therapie

Flexible Behandlung im gewohnten Umfeld

Die ambulante Schmerztherapie eignet sich sowohl für akute als auch chronische Schmerzen. Sie kann über eine spezialisierte Schmerzambulanz, die oft an ein größeres Krankenhaus oder eine Uniklinik angegliedert ist, oder durch niedergelassene Ärzte erfolgen.

Die Schwerpunkte dieser Therapieform liegen auf der Diagnostik, der Einleitung einer geeigneten Behandlung sowie der regelmäßigen Kontrolle und Anpassung der Therapie. Zudem wird die Verträglichkeit starker Schmerz­medikamente überwacht.

Stationäre Schmerz­therapie

Intensive Betreuung bei starken Beschwerden

Für eine intensivere Behandlung kann eine stationäre Schmerztherapie in spezialisierten Schmerzkliniken notwendig sein. Diese ist insbesondere dann sinnvoll, wenn die Lebensqualität massiv eingeschränkt ist oder ambulante Behandlungsversuche keinen ausreichenden Erfolg gezeigt haben.

Voraussetzungen für eine stationäre Therapie sind eine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität, eine medizinische Notwendigkeit, eine ärztliche Verordnung sowie die Genehmigung durch die Krankenkasse.

Multimodale Schmerz­therapie – Kombination verschiedener Ansätze für bessere Ergebnisse

Wird die medikamentöse Therapie mit weiteren Behandlungsformen kombiniert, lassen sich bei der Therapie chronischer Schmerzen oft bessere Erfolge erzielen.

Bei der Kombination von Medikamenten mit Physio- und Bewegungstherapie sowie psychologischen Ansätzen wie Entspannungs­übungen oder kognitivem Training spricht man von einer multimodalen Schmerztherapie. Da diese Therapieform zeitaufwendig ist und eine enge Zusammen­arbeit verschiedener Fachrichtungen erfordert, wird sie meist im Rahmen einer stationären Schmerztherapie durchgeführt.

Individuelle Schmerztherapie – angepasst an Ursache und Patientengruppe

Da die Ursachen und Arten von Schmerzen sehr unterschiedlich sind, gibt es zahlreiche Ansätze für die Schmerztherapie. Gelenkschmerzen erfordern eine andere Behandlung als Schmerzen, die durch einen Tumor verursacht werden. Auch individuelle Faktoren wie das Alter und das Ausmaß der Funktions­beeinträchtigung spielen eine entscheidende Rolle bei der Wahl der passenden Therapieform. Eine maßgeschneiderte Behandlung ermöglicht es, Schmerzen gezielt zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Medikamentöse Schmerztherapie

Ein zentraler Bestandteil der Schmerztherapie ist die medikamentöse Behandlung. Die Auswahl der Medikamente erfolgt individuell, abgestimmt auf den Patienten oder die Patientin sowie die Schmerzart und -intensität. Je nach Ursache und Stärke der Beschwerden kommen unterschiedliche Wirkstoffgruppen zum Einsatz.

Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR)

Zu den NSAR gehören Wirkstoffe wie Ibuprofen oder Diclofenac. Sie werden vor allem bei leichteren Schmerzen oder entzündungs­bedingten Beschwerden eingesetzt. Bei Nervenschmerzen sind NSAR jedoch nicht wirksam.

Da diese Medikamente die Magenschleimhaut und Nieren belasten können, werden sie meist nur vorübergehend angewendet. In einigen Fällen kann die zusätzliche Einnahme eines Magenschutzmittels sinnvoll sein, um Nebenwirkungen zu reduzieren.

Opioide

Zu den Opioiden gehören Wirkstoffe wie Morphin, Buprenorphin oder Fentanyl. Sie werden bei starken Schmerzen eingesetzt und können mit schwächeren NSAR kombiniert werden. Da sie den Magen und die Nieren nicht belasten, ist eine langfristige Anwendung möglich.

Die häufigste Nebenwirkung ist Verstopfung, die aktiv behandelt werden sollte. Zudem sind regelmäßige Kontrollen der Wirksamkeit wichtig, um eine mögliche Toleranzentwicklung zu überwachen und die Dosierung gegebenenfalls anzupassen. Eine Abhängigkeit ist bei korrekter Einnahme nicht zu befürchten.

Lokale Schmerzmittel

Salben und Pflaster ermöglichen eine lokale Schmerzbehandlung. Da sie direkt an der betroffenen Stelle wirken, sind sie meist nebenwirkungsarm. Allerdings ist ihre Wirksamkeit im Vergleich zu systemischen Schmerzmitteln geringer. Sie eignen sich besonders für leichte bis mäßige Schmerzen oder als ergänzende Maßnahme in der Schmerztherapie.

Co-Analgetika

Co-Analgetika sind Medikamente, die ursprünglich für andere Erkrankungen entwickelt wurden, aber auch bei bestimmten Schmerzformen wirksam sind. Dazu gehören Antidepressiva und Antikonvulsiva (Medikamente zur Epilepsiebehandlung), die insbesondere bei Nervenschmerzen gute Ergebnisse erzielen.

In der Schmerztherapie werden diese Wirkstoffe in geringeren Dosierungen eingesetzt als bei ihrer ursprünglichen Indikation. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass sie je nach Präparat auch Begleitsymptome wie Schlafstörungen positiv beeinflussen können.

Häufige Fragen rund um die Schmerz­therapie

Wie lange dauert eine Schmerztherapie?

Die Dauer einer Schmerztherapie lässt sich im Voraus nicht genau bestimmen, da sie stark von der Art und Ursache der Schmerzen abhängt.

Akute Schmerzen können oft schnell gelindert werden, sodass die Therapie nur kurzzeitig erforderlich ist. Chronische Schmerzen hingegen erfordern meist eine langfristige Behandlung, die sich über Monate oder sogar Jahre erstrecken kann. Oft vergehen mehrere Wochen, bevor erste spürbare Erfolge erzielt werden. In vielen Fällen lässt sich der Wirkungseintritt einer Therapie erst nach zwei bis drei Wochen zuverlässig beurteilen.

Damit eine Schmerztherapie erfolgreich ist, sollten vor Behandlungsbeginn sinnvolle Therapieziele gemeinsam mit dem Arzt festgelegt werden. Die wichtigste Voraussetzung für den Therapieerfolg ist jedoch nicht allein der Behandler, sondern die Eigenmotivation der Betroffenen. Die regelmäßige Einnahme von Medikamenten und die aktive Mitarbeit bei ergänzenden Therapieformen bestimmen maßgeblich, wie schnell Behandlungsziele erreicht werden können.

Wann ist eine Schmerztherapie sinnvoll?

Eine Schmerztherapie ist immer dann ratsam, wenn Betroffene durch Schmerzen stark in ihrer Lebensqualität eingeschränkt sind. Dies gilt insbesondere für chronische Schmerzen. Eine frühzeitige Behandlung akuter Schmerzen kann zudem helfen, einer Chronifizierung vorzubeugen.

Wie oft sind Kontrolltermine bei einer ambulanten Therapie notwendig?

Bei einer ambulanten Schmerztherapie können die Zeitabstände der Kontrolltermine stark variieren. Die Häufigkeit richtet sich nach verschiedenen Faktoren:

  • Welche Symptome treten auf?
  • Wie stark sind die Schmerzen?
  • Wie groß sind die Beeinträchtigungen im Alltag?
  • Gab es vor kurzem eine Verschlechterung?
  • Wurden Medikamente geändert?

Je nach individuellem Verlauf der Therapie werden die Kontrollintervalle angepasst, um die Behandlung optimal abzustimmen.

Wie lange dauert eine stationäre Schmerztherapie?

Eine stationäre Schmerztherapie erstreckt sich über mehrere Wochen, in denen eine intensive Betreuung erfolgt. Während dieser Zeit arbeiten verschiedene Fachrichtungen eng zusammen, um eine bestmögliche Behandlung zu gewährleisten.

Wann ist eine Krankschreibung bei Schmerztherapie möglich?

Eine Krankschreibung kann ausgestellt werden, wenn aufgrund von Schmerzen eine Arbeitsunfähigkeit besteht oder eine stationäre Schmerztherapie begonnen wird.

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