Patellaluxation

Wenn sich das Knie verdreht – die Kniescheibenverrenkung im Fokus


Die Kniescheibenscheibenverrenkung, in der Fachsprache: ‚Patellaluxation’, stellt eine der häufigsten Knieverletzungen dar. Insbesondere bei jungen und sportlich aktiven Frauen kommt eine solche Verrenkung verhältnismäßig häufig vor. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird dies auch oft als „Ausrenken“ der Kniescheibe bezeichnet. Oftmals bleibt es nicht bei einer einmaligen Luxation sondern, es bleibt ein wiederkehrendes Problem. Sowohl Ursachen als auch die entsprechenden Therapieoptionen sind vielfältig und individuell zu beurteilen. Im Folgenden möchten wir heute auf die Erkrankung eingehen. Im Orthozentrum Bergstraße treffen moderne Diagnoseverfahren auf erprobte und individuell auf Sie zugeschnittene Therapiekonzepte.


Wir sind auf die Behandlung von Knieschmerzen spezialisiert


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Unsere Experten


Mit ihrer jahrelangen Erfahrung sind unsere Ärzte darauf spezialisiert Ihnen bei allen Beschwerden, die im Knie auftreten können, weiterzuhelfen. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, einen möglichst beschwerdefreien Alltag wieder für Sie zu herzustellen.

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Porträt von Dr. med. Mehmet Rüzgar

Dr. med. Mehmet Rüzgar


Facharzt für Chirurgie, Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin

Porträt von Dr. med. Stefan Gouder

Dr. med. Stefan Gouder


Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Notfallmedizin

Kniescheiben­verren­kung, Kniescheiben­luxa­tion oder Patella­luxation – was genau ist das eigentlich?


Die Kniescheibe – in der Fachsprache auch Patella genannt - ist neben dem Ober- und Unterschenkel einer der drei Knochen, die das Kniegelenk bilden. Sie liegt als flacher, scheibenförmiger Knochen in einer Art ‚Gleitrinne‘, einer Vertiefung am Ende des Oberschenkelknochens, der sogenannten ‚Trochlea femoris’.

Am oberen Ende setzt die Sehne des großen Oberschenkelmuskels, des Quadriceps – Muskels an. Nach unten setzt sich die Sehne als sogenannte ‚Patellasehne‘ fort und setzt schließlich am Schienbein des Unterschenkels an. Damit dient die Kniescheibe als eine Art Umlenkrolle zur reibungsarmen Übertragung der starken Muskelkräfte des Oberschenkels auf den Unterschenkel. Sie hat damit eine Art Hebelwirkung. Bei der sogenannten Luxation (oder auch Ausrenkung) springt die Kniescheibe aus dieser Gleitrinne heraus, meistens nach außen – nach lateral.


Anatomie des Kniegelenks

Anatomischer Aufbau des Kniegelenks


Welche Ursachen kommen für eine Sehnenentzündung im Knie in Frage?


Im Wesentlichen gibt es hier zwei große Hauptursachen, die man wie folgt benennen kann:

1. Traumatisch – bedingt


Durch ein Unfallereignis / Trauma, bei dem die Kniescheibe aus ihrer Position ‚springt‘ – dies ist allerdings eher seltener der Fall.

2. Habituell – bedingt


Aufgrund einer anatomisch ungünstigen Veranlagung. Z. B. bei X-Beinstellung oder einer zu flachen Gleitrinne. Nach bereits erfolgter habituell bedingter Patella-Luxation ist zudem die Wahrscheinlichkeit für eine nachfolgende Luxation deutlich erhöht. Sofern dies nicht entsprechend behandelt wurde, bezeichnet man die wiederkehrende Patella-Luxation dann als chronisch-rezidivierende Form.

Prinzipiell ist ein Zusammenspiel verschiedener Risikofaktoren entscheidend für das Vorkommen einer Luxation der Patella.

Folgende Risikofaktoren können eine Luxation begünstigen:


  • Achsenfehlstellung der Beine -> X-Beinstellung
  • Angeborene Fehlbildung der Kniescheibe oder dessen Gleitlager am Oberschenkel
  • Angeborener oder ein unfallbedingter ‚Patella-Hochstand’, das heißt eine nach oben verschobene Patella
  • Muskuläre Ungleichheit der Oberschenkelmuskulatur - Hüftrotation
  • Allgemeine Bindegewebsschwäche sowie Schwäche im Bandapparat der Kniescheibe -> sogenannte: ‚Hyperlaxität’
  • Permanente Fehlstellung und Fehlbelastung bei kniebelastender sportlicher Tätigkeit bspw. Laufen und Springen

Wie äußert sich eine Kniescheibenluxation?


In der Regel haben die Betroffenen sehr starke Schmerzen insbesondere an der Innenseite des Knies. Denn hier wird ein verstärkter Druck auf die Bänder ausgeübt, da die Kniescheibe durch die Luxation weiter außen liegt.

Bei der Luxation zerreißen häufig die Bänder, die die Patella auf der Innenseite fixieren und führen. Der Schmerzcharakter kann sich im weiteren Verlauf von einem plötzlichen Druckschmerz zu einem dumpfen, diffusen Schwellungsschmerz ändern.

Weitere Symptome sind:


  • Starke Schwellung des Knies
  • Bluterguss
  • ‚Hämarthros’ d.h. Einblutung in den Gelenkspalt
  • Gelenkerguss
  • Formveränderung des Knies
  • Fehlstellung
  • Absplitterung von Knochen und Knorpelsegmenten
  • Reißen von Bändern, Sehnen v.a. an der Innenseite des Knies
  • Funktionsverlust + Instabilität -> Nachgeben des Kniegelenkes bei Bewegung
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Wie diagnostiziert ein Arzt die Erkrankung?


Als Erstes ist es wichtig, neben einer gründlichen klinisch - orthopädischen Untersuchung. die vorherige Krankengeschichte zu erheben.  Das dient dazu, um herauszufinden, ob die Luxation erstmalig aufgetreten ist durch einen Unfall oder ob Sie mehr oder weniger aus dem Nichts aufgetreten ist.

Unterstützt wird dies zusätzlich durch die Anfertigung von mehreren Röntgenbildern in verschiedenen Ebenen d.h. von vorne, von der Seite und von hinten. Dadurch können insbesondere die knöchernen Strukturen am Kniegelenk beurteilt werden und beispielsweise Knochenabsplitterungen entdeckt werden.

Bildgebende Verfahren zur genauen Diagnose einer Patellaluxation


Ebenso wichtig ist die Anfertigung einer sogenannten Magnetresonanztomografie (MRT) des Kniegelenks. Diese Untersuchung dient dazu, insbesondere Weichteilstrukturen (das heißt den Sehnen- sowie Bandapparat) am Kniegelenk darzustellen. Sehr häufig werden diese bei der Luxation in Mitleidenschaft gezogen.

Mittels einer MRT können zudem auch Absplitterungen oder Schäden am umliegenden Knorpel des Kniegelenkes festgestellt werden. Ebenso kann das Gelenk beurteilt werden und ob ein Gelenkerguss (Flüssigkeitsansammlung) im Gelenk vorhanden ist. Eine solche genaue Beurteilung des Schadens am Kniegelenk ist von entscheidender Bedeutung für die anschließende Behandlung.

Offenes MRT beim Tendinitis im Knie

Offenes MRT zur Diagnose von Knieschmerzen

Was geschieht bei einer MRT?


Bei einer Magnetresonanztomografie (MRT) oder auch Kernspintomografie mittels elektromagnetischer Felder und Radiowellen kann die Struktur von Organen und Gewebe dargestellt werden. Im Gegensatz zu Röntgen und CT (= Computertomographie) geschieht dies also ganz ohne Strahlenbelastung. Es existieren verschieden Gerätetypen eines MRTs. Man unterscheidet geschlossene und offene Systeme.

Zur Diagnostik einer Kniescheibenluxation reicht die offene MRT, wobei der Körper des Patienten nicht vollständig, sondern nur teilweise von dem Gerät umschlossen ist. Das wird als deutlich angenehmer empfunden. Eine solche Untersuchung dauert in der Regel nicht länger als 20-30 Minuten. Vorteilhaft gegenüber der anderen Diagnostikmöglichkeiten ist, dass Zerreißungen oder sonstige Schäden am Bandapparat des Knies wie zum Beispiel blutige Gelenkergüsse, Abscherungen von Knorpel- und Knochenfragmenten an der Gleitrinne des Oberschenkelknochens oder der Kniescheibe sicher nachgewiesen werden können.

Außerdem können vorangegangene Schäden oder eine beginnende Arthrose deutlich besser diagnostiziert werden. Das ist entscheidend für die individuelle Anpassung der anschließenden Therapie.

Keine Strahlenbelastung und ohne "Röhre": Das offene MRT


In konventionellen MRT-Geräten müssen Patienten durch die vergleichsweise lange Untersuchungsdauer einen längeren Zeitraum still liegen bleiben. Patienten mit Klaustrophobie (Platzangst) können diese Untersuchung häufig nicht tolerieren, weshalb „offene MRTs“ entwickelt wurden.

Auch in unserer Praxis kommt ein solches Gerät zum Einsatz. Statt in der engen Röhre liegen die Patienten beim „offenen MRT“ auf einer großzügigen Untersuchungsfläche, welche zu den meisten Seite hin offen aufgebaut ist. Im Orthozentrum Bergstraße setzen wir diese Verfahren entweder isoliert oder bei Bedarf auch kombiniert ein, um die Ursache der Beschwerden schnell und sicher diagnostizieren zu können.

Erfahren Sie mehr über die MRT Untersuchung des Knies

Wie kann eine Patellaluxation / Kniescheibenverrenkung therapiert werden?


Die als erste zu erfolgende therapeutische Maßnahme ist die Reposition d.h. die Rückverlagerung der Kniescheibe in die ursprüngliche Position, mittig in der Oberschenkelgleitrinne. Oft passiert das durch eine einfache Streckbewegung schon von selbst im Rahmen einer Selbstreposition. Ansonsten kann der Orthopäde unter vorheriger Verabreichung von Schmerzmitteln manuell nachhelfen.

Konservative Behandlung einer Kniescheibenverrenkung


Prinzipiell sollte als Erstes immer eine konservative Behandlung durchgeführt werden. Insbesondere bei erstmaligem Auftreten der Patellaluxation. Von einer operativen Behandlung ist erst einmal abzusehen und darauf sollte nur bei wiederholtem Auftreten der Luxation sowie zusätzlich bei starken Knochen- oder Knorpelschäden nachgedacht werden. Nach erfolgter Reposition kann die Kniescheibe mittels einer speziellen Bandage oder einer sogenannten Orthese zunächst einmal für 6 Wochen ruhiggestellt werden.

Dazu sollten zur Rückbildung der Schwellung kühlende Salben oder abschwellende Medikamente, Antiphlogistika sowie zusätzlich Schmerzmittel gegeben werden. Entscheidend ist jedoch das Verhindern eines erneuten Auftretens der Luxation. Mit jeder erneuten Luxation könne weitere Schäden an Knorpel, Knochen sowie dem Bandapparat auftreten. Früher oder später können solche Schäden zur Funktionseinschränkung und ggf. zu vorzeitiger Arthrose führen. Das sollte, insbesondere unter dem Aspekt, dass häufig junge Patienten unter 20 Jahren betroffen sind, natürlich in jedem Fall verhindert werden. Hierfür ist eine anschließende Physiotherapie einschließlich einer fundierten Bewegungsanalyse zur Ursachenfindung und zur Sekundärprävention wichtig.

Was genau ist die Bewegungsanalyse und wozu dient sie?


Im Rahmen der Bewegungsanalyse kann der Therapeut den kompletten Abrollvorgang während der Bewegung, die Achsenstellung sowie eventuelle Fehlstellungen beurteilen. Mögliche Ursachen bzw. Risikofaktoren für eine Patellaluxation können dadurch ausfindig gemacht werden. Die Bewegungsanalyse kann sowohl im Rahmen einer Ganganalyse oder auch einer Laufanalyse durchegführt werden.

Mittels Highspeed-Kameras, die sich vorne, hinten sowie an den Seiten des Laufbandes befinden, kann das ‚Laufbild‘ des Patienten in verschiedenen Geschwindigkeitsstufen erfasst werden. Ebenfalls können dabei mittels Drucksensoren auf dem Boden verschiedene Belastungspunkte analysiert werden.

Die Physiotherapeuten werten die Informationen im Anschluss an die Untersuchung aus. Dabei können sowohl anatomische Fehlstellungen oder Fehlbelastungen, muskuläre Ungleichheiten und sonstige Defizite analysiert werden. Darauf aufbauend kann eine gezielte Therapie, individuell auf die Bedürfnisse des Patienten angepasst, eingeleitet werden.

Im Orthozentrum Bergstraße werden wir individuell auf die Beschwerden des Patienten eingehen und diese dann zielgerichtet behandeln.

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Wie kann ich einer Patellaluxation vorbeugen bzw. diese verhindern?


Durch frühzeitiges Analysieren der oben genannten Risikofaktoren für eine Verrenkung der Kniescheibe im Rahmen einer klinisch-orthopädischen Untersuchung sowie einer Bewegungs-bzw. Laufanalyse kann eine erneute Kniescheibenluxation verhindert werden. Das Risiko für langfristige Schäden wie beispielsweise eine Arthrose oder unumkehrbare Knorpel- oder Knochenschäden ist dadurch signifikant gemindert.
Eine gezielte Prävention bzw. Therapie nach erfolgter Luxation insbesondere bei jungen Sportlerinnen ist daher zu empfehlen.


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