Leisten­schmerzen

Leistenschmerzen sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Abhängig von der Ursache kann eine frühzeitige ärztliche Abklärung erforderlich sein, um mögliche Folgeschäden zu vermeiden. Im Orthozentrum Bergstraße haben wir ein spezialisiertes Konzept entwickelt, das eine effiziente Diagnostik und gezielte Therapie ermöglicht.

13 Minuten

Zuletzt aktualisiert: 11.03.2025

Vielschichtige Ursachen von Leistenschmerzen: Mehr als nur ein Leistenbruch

Die Anatomie der Leistengegend ist komplex – ebenso vielfältig sind die möglichen Ursachen für Leistenschmerzen. Häufig wird der Schmerz mit einem Leistenbruch in Verbindung gebracht, doch nicht selten liegen die Auslöser in Erkrankungen der Knochen, Gefäßveränderungen oder Verletzungen von Muskeln, Bändern und Sehnen. Besonders Sportler und Sportlerinnen sind oft betroffen, da Fehl- und Überlastungen eine zentrale Rolle spielen können.

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Definition

Was sind Leistenschmerzen? Ursachen und betroffene Strukturen

Leistenschmerzen, auch als Inguinalschmerzen bekannt, sollten nicht unterschätzt werden. Abhängig von der Ursache können sie auf schwerwiegende Erkrankungen hinweisen. Die Leistenregion (Regio inguinalis) bezeichnet den Übergang vom Bauch zum Oberschenkel. Hier verläuft der etwa vier bis fünf Zentimeter lange Leistenkanal, durch den Muskeln und Blutgefäße führen. Zudem verlaufen durch ihn bei Männern der Samenstrang und bei Frauen das Mutterband.

Leistenschmerzen treten im Bereich zwischen Unterleib, Hüfte und Oberschenkel auf. Je nach Ursache können sie sich als stechend, scharf oder dumpf äußern. Manche Betroffene berichten auch von einem Schmerz, der sich wie ein Stromschlag in der Leiste anfühlt, was auf eine Nervenreizung oder eine muskuläre Fehlbelastung hinweisen kann.

Ursache

Ursachen von Leistenschmerzen: Häufige Auslöser und Risikofaktoren

Männer leiden häufiger unter Leistenschmerzen

Grundsätzlich sind Männer häufiger von Inguinalschmerzen betroffen als Frauen. Dabei lassen sich Erkrankungen unterscheiden, die eher Männer oder eher Frauen betreffen. Eine Ausnahme bildet die Hüftarthrose, die beide Geschlechter gleichermaßen betrifft. Diese degenerative Abnutzung des Knorpels zwischen Hüftpfanne und Oberschenkelkopf führt zu einem schmerzhaften Aneinanderreiben der Gelenkflächen. Besonders ab einem Alter von 50 Jahren steigt das Risiko für diese Erkrankung.

Leistenbruch und Schenkelhernie

Ein Leistenbruch (Hernia inguinalis) tritt überwiegend bei Männern auf. Der Grund dafür liegt in der anatomischen Struktur: Der Leistenkanal in der unteren Bauchwand, durch den bei Männern der Hoden nach außen tritt, stellt eine natürliche Schwachstelle dar. Zudem kommen auch angeborene Leistenbrüche häufiger bei Männern vor.

Die Schenkelhernie (Hernia femoralis) hingegen betrifft vor allem Frauen. Wie beim Leistenbruch sind hierbei die Eingeweide betroffen. Da beide Erkrankungen ähnliche Symptome verursachen, sind oft zusätzliche Untersuchungen notwendig, um eine eindeutige Diagnose zu stellen.

Fehlstellungen und Überlastung als Ursachen

Weitere häufige Auslöser für Leistenschmerzen sind Fußfehlstellungen, Beinlängenunterschiede, Muskelungleichgewichte, Haltungsfehler und Überlastungen. Besonders gefährdet sind Sportler und Sportlerinnen, die gelenkbelastende Sportarten wie Laufen, Fußball oder Hockey ausüben.

Wenn die Leiste der dauerhaften Belastung nicht standhält, treten stechende Schmerzen nach dem Sport auf. Dieses Beschwerdebild wird auch als Sportlerleiste oder „weiche Leiste“ bezeichnet. Zudem kann eine Leistenzerrung für starke Schmerzen sorgen.

Entzündungen und Infektionen

Selten können auch geschwollene Lymphknoten Schmerzen in der Leiste verursachen. Normalerweise sind sie mit einem Durchmesser von maximal zwei Zentimetern kaum zu tasten. Doch bei Infektionen oder Entzündungen im Bein können sie anschwellen und Druck- oder Bewegungsschmerzen in der Leistengegend hervorrufen.

Die wichtigsten Ursachen von Leistenschmerzen auf einen Blick:

  • Leistenbruch (Hernia inguinalis) – tritt bei Männern etwa achtmal häufiger auf als bei Frauen
  • Harn- und Nierensteine
  • Hüftkopfnekrose
  • Impingement der Hüfte – wird insbesondere durch (Leistungs-)Sportarten wie Laufen, Fußball oder Hockey begünstigt
  • Hodenschmerzen
  • Schenkelbruch (Hernia femoralis) – betrifft eher ältere oder schwangere Frauen
  • Beckenringlockerung – tritt meist bei schwangeren Frauen auf
  • Stress- oder Überlastungsbruch des vorderen Beckenringes – als Folge der Knochenerkrankung Osteomalazie
  • Hüftarthrose – häufig ab etwa 50 Jahren
  • Geschwollene Lymphknoten (Lymphadenitis oder Lymphadenopathie)
  • Hodenstieldrehung (Hodentorsion) – betrifft vor allem Säuglinge und Jugendliche zwischen 13 und 20 Jahren
  • Thrombose
  • Sportlerleiste oder „weiche Leiste“
  • Leistenzerrung
  • Verletzungen und Überlastungen der Muskeln und Sehnen im Bereich der Hüfte und des Oberschenkels
  • Weitere orthopädische Ursachen, wie degenerative Veränderungen der Lendenwirbelsäule sowie Fehlstellungen von Füßen, Knien und Hüfte

Für Leistenschmerzen kommen in der Orthopädie meist nur zwei Ursachen in Frage: strukturelle Schäden des Hüftgelenkes oder Probleme mit der Muskelkette der unteren Extremität. Dies gilt es sicher zu unterscheiden. Dann kann die richtige Therapie zielgerichtet eingesetzt werden.

Dr. med. Mehmet Rüzgar

Symptome

Symptome von Leistenschmerzen: Wichtige Hinweise für die Diagnose

Da Leistenschmerzen viele verschiedene Ursachen haben können, variieren auch die begleitenden Symptome. Bestimmte Anzeichen können dabei helfen, das zugrunde liegende Krankheitsbild einzugrenzen.

Für eine präzise Diagnose sind folgende Fragen entscheidend:

  • Sind die Schmerzen einseitig oder beidseitig?
  • Treten die Schmerzen nur unter Belastung oder auch in Ruhe auf?
  • Verschlimmern sich die Beschwerden im Liegen oder Stehen?

Diese Informationen helfen dem Arzt, die richtige Ursache zu identifizieren und eine gezielte Behandlung einzuleiten.

Die Art der Symptome gibt erste Hinweise auf die Ursache der Leistenschmerzen

Bestimmte Symptome können helfen, die Ursache von Leistenschmerzen frühzeitig zu erkennen.

Ein Leistenbruch (Hernia inguinalis) ist häufig direkt sichtbar: Beim Stehen oder Pressen zeigt sich eine schmerzlose Vorwölbung in der Leiste, die tastbar ist.

Achtung: Wann ein Notarzt gerufen werden sollte

Treten anhaltende Schmerzen im Leistenbereich auf, kann dies auf einen eingeklemmten Leistenbruch hinweisen. In diesem Fall ist schnelles Handeln erforderlich, da Gewebe aus dem Bauchraum in den Bruchsack geraten und abgeklemmt sein könnte.

Auch bei plötzlichen starken Schmerzen im Bauch oder Unterbauch, die in die Leiste ausstrahlen, sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Diagnose

Diagnose von Leistenschmerzen: Wichtige Untersuchungsmethoden

Treten Leistenschmerzen unregelmäßig auf, aber liegt kein akuter Notfall vor, sollte die Ursache dennoch zeitnah ärztlich abgeklärt werden. Die wichtigsten diagnostischen Verfahren sind:

Ablauf der Diagnose

Der Arzt beginnt mit einer detaillierten Anamnese, um anhand der Krankheitsgeschichte erste Hinweise auf die Ursache der Beschwerden zu erhalten.

Besonders bei Inguinalschmerzen spielt die körperliche Untersuchung eine zentrale Rolle, da sie in vielen Fällen bereits eine direkte Diagnose ermöglicht.

Falls die Untersuchung allein nicht ausreicht, kommen bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen oder MRT zum Einsatz, um eine genauere Abklärung zu ermöglichen.

Ultraschall (Sonografie)

In den meisten Fällen erfolgt zunächst eine Ultraschalluntersuchung. Sie ermöglicht eine zuverlässige Diagnose verschiedener Erkrankungen im Bereich der Leiste und kann schnell Aufschluss über mögliche Ursachen der Schmerzen geben.

Laufanalyse

Besteht der Verdacht, dass funktionelle Probleme wie Fehlstellungen oder muskuläre Dysbalancen die Leistenschmerzen verursachen, kann eine Laufanalyse sinnvoll sein. Dabei wird geprüft, ob die Beschwerden durch eine erhöhte Belastung beim Gehen oder Laufen entstehen.

Magnetresonanztomographie (MRT)

Falls eine genauere Untersuchung erforderlich ist, kommen bildgebende Verfahren wie Röntgen oder MRT zum Einsatz.

  • Die MRT bietet eine besonders hohe Bildauflösung und stellt Muskeln, Sehnen und Knochen detailliert dar.
  • Sie ist zudem strahlenfrei und daher besonders schonend.
  • Besonders bei Verdacht auf einen Leistenbruch mit ziehenden Schmerzen in der Leiste ist die MRT eine wertvolle diagnostische Methode.
Sind für die Leistenschmerzen strukturelle Schäden des Hüftgelenkes verantwortlich, dann handelt es sich in der Regel um eine Arthrose. Im Orthozentrum Bergstraße greift dann unser Therapiekonzept für knorpelstabilisierende Maßnahmen. So sind wir in der Lage unseren Patienten schnell und zielgerichtet zu helfen.
Dr. med. Stefan Gouder

Therapie

Behandlung von Leistenschmerzen: Therapie abhängig von der Ursache

Da Leistenschmerzen viele verschiedene Ursachen haben können, gibt es eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten. Auch die zuständigen Fachärzte variieren je nach Ursache:

  • Urologen behandeln Hodenerkrankungen und Harnsteine.
  • Internisten sind für Erkrankungen der Lymphknoten zuständig.
  • Gastroenterologen kümmern sich um Darminfektionen.
  • Orthopäden sind die richtigen Ansprechpartner bei Fehlstellungen oder Skelettveränderungen.

Therapie abhängig von der Diagnose

  • Überlastungsbedingte Leistenschmerzen: Oftmals genügt eine Schonung des betroffenen Bereichs.
  • Leistenbruch: In vielen Fällen ist eine Operation notwendig, jedoch wird nicht mehr jeder Leistenbruch operativ behandelt.
  • Fehlstellungen als Ursache: Falls eine Laufanalyse eine Fehlbelastung aufzeigt, helfen orthopädische Einlagen und Physiotherapie, um die Beschwerden zu lindern.

Im Orthozentrum Bergstraße legen wir großen Wert auf eine individuelle Diagnostik und gezielte Therapie, um Leistenschmerzen bestmöglich zu behandeln.

Prävention

Leistenschmerzen vorbeugen: Effektive Maßnahmen für eine gesunde Leiste

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Leistenschmerzen aktiv vorzubeugen. Mit den folgenden Tipps können Sie das Risiko für Beschwerden in der Leistenregion reduzieren.

Unsere Tipps gegen Leistenschmerzen

  • Übergewicht vermeiden, da es den Druck auf die Bauchwand reduziert und Arthrose sowie inneren Erkrankungen vorbeugt.
  • Täglich 30 Minuten moderate Bewegung einplanen, um die Muskulatur zu stärken und die Durchblutung zu fördern.
  • Schonendes Muskelaufbautraining durchführen, um die Hüfte und Leistenregion zu stabilisieren.
  • Gelenkschonende Sportarten bevorzugen, beispielsweise Fahrradfahren oder Schwimmen anstelle von Laufen, Fußball oder Hockey.
  • Laufanalyse durchführen lassen, wenn Fehlstellungen an Füßen, Knien oder Hüfte vermutet werden.
  • Gesunde Ernährung mit reduziertem Fleischkonsum befolgen, um das Risiko für Harnsteine zu senken.
  • Ausreichend Wasser trinken – empfohlen werden etwa 30 bis 40 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht täglich.
  • Kaffee und Alkohol nur in Maßen konsumieren, da ein übermäßiger Konsum das Risiko für bestimmte Erkrankungen erhöhen kann.

Durch diese Maßnahmen kann das Risiko für Leistenschmerzen verringert und die langfristige Gesundheit der Leistenregion gefördert werden.

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