Dry Needling & Nadellavage

Anhaltende Muskelschmerzen lassen sich oft nur schwer lokalisieren und sprechen manchmal auf herkömmliche Therapien wenig an. Dry Needling und Nadellavage sind zwei gezielte Nadelverfahren, die in solchen Fällen in Betracht kommen: beim Dry Needling zur Behandlung muskulärer Triggerpunkte, bei der Nadellavage zur Auflösung von Kalkablagerungen in Sehnen.
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Dry Needling zur Behandlung myofaszialer Triggerpunkte

Nadellavage bei Kalkablagerungen

Ausschließlich durch Fachärzte durchgeführt

Stand: April 2026

Unser Konzept im Orthozentrum Bergstraße

Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Dry Needling und Nadellavage funktionieren, wann diese Verfahren geeignet sind und wie die Behandlung bei uns abläuft. Im Orthozentrum Bergstraße werden beide Verfahren ausschließlich durch Fachärzte durchgeführt. Vor jeder Behandlung klären wir gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten, ob Dry Needling oder Nadellavage die geeignete Therapie für das individuelle Beschwerdebild ist und ob mögliche Gegenanzeigen vorliegen.

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Was ist Dry Needling?

Dry Needling ist ein medikamentenfreies Nadelverfahren zur Behandlung myofaszialer Triggerpunkte. Obwohl dabei dieselben feinen, sterilen Akupunkturnadeln wie bei der Akupunktur eingesetzt werden, unterscheiden sich die Verfahren in ihrer Grundlage: Während die Akupunktur auf Konzepten der traditionellen chinesischen Medizin beruht, zielt Dry Needling direkt auf anatomisch lokalisierbare Muskelstrukturen ab. Der Mechanismus dahinter ist die mechanische Stimulation des Triggerpunkts durch den Nadelstich selbst – nicht eine injizierte Substanz.

Myofasziale Triggerpunkte: was steckt dahinter?

Triggerpunkte sind druckschmerzhafte Verhärtungen in der Skelettmuskulatur, die sich als tastbare Hartspannstränge zeigen. Sie entstehen, wenn Muskelfasern durch Überlastung, Fehlhaltung, Trauma oder anhaltenden Stress dauerhaft verkrampfen und sich nicht mehr vollständig entspannen können. Die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der betroffenen Fasern ist dadurch eingeschränkt, was einen sich selbst aufrechterhaltenden Schmerzkreislauf begünstigt. Charakteristisch für Triggerpunkte ist außerdem der sogenannte übertragene Schmerz: Die Schmerzen werden nicht nur lokal, sondern oft in entfernte Körperbereiche projiziert. Nackentriggerpunkte können beispielsweise Kopfschmerzen verursachen.

IMS und SDN: die zwei Methoden des Dry Needling

Beim Dry Needling wird zwischen zwei Vorgehensweisen unterschieden. Bei der intramuskulären Stimulation (IMS) wird die Nadel direkt in den Triggerpunkt oder Hartspannstrang gestochen, um eine lokale Muskelzuckungsreaktion auszulösen. 

Beim superfiziellen Dry Needling (SDN) wird die Nadel nur wenige Millimeter oberflächlich über dem Triggerpunkt eingestochen.

Was ist die Nadellavage?

Die Nadellavage ist ein spezialisiertes Verfahren, das ausschließlich bei Kalkablagerungen in Sehnen eingesetzt wird – typisches Anwendungsgebiet ist die Kalkschulter. Anders als beim Dry Needling erfolgt die Nadellavage unter örtlicher Betäubung und unter Ultraschallüberwachung, um die Nadel präzise im Kalkdepot zu platzieren. Durch das Einstechen in das verkalkte Sehnenareal und das Einspritzen von Flüssigkeit wird das Kalkdepot aufgelockert, sodass der Körper die Ablagerungen leichter resorbieren kann. Dies kann zu einer Verringerung der Beschwerden und einer verbesserten Beweglichkeit des betroffenen Gelenks führen.

Wann kommen diese Verfahren zum Einsatz?

Dry Needling und Nadellavage sind keine Erstlinientherapien, sondern gezielte Verfahren für spezifische Indikationen.

Dry Needling kommt vor allem dann in Betracht, wenn andere Ursachen für Muskelschmerzen ausgeschlossen wurden und der Verdacht auf myofasziale Triggerpunkte besteht. Typische Indikationen sind Nacken-, Schulter- und Rückenschmerzen durch Fehlhaltung oder muskuläre Überlastung, Schmerzen durch verklebte Faszien, Narbenschmerzen sowie Beschwerden des Bewegungsapparates mit erkennbaren Hartspannsträngen. Nicht geeignet ist das Verfahren bei Muskelfaserrissen, systemischen Ursachen (z. B. Magnesiummangel) oder den unten genannten Kontraindikationen.

Die Nadellavage ist indiziert, wenn Kalkablagerungen in Sehnen nachgewiesen sind und Beschwerden verursachen.

Dry Needling im Orthozentrum Bergstraße

Muskelschmerzen haben oft eine ganz konkrete Ursache: Triggerpunkte, die sich über Wochen oder Monate entwickeln und mit konventionellen Therapien schwer erreichbar sind. Dry Needling bietet hier einen direkten Zugang: präzise, minimal-invasiv und ohne Medikamente.


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Portrait von Dr. med. Uwe Baumgärtner

Dr. med. Uwe Baumgärtner

Facharzt für Orthopädie
Chirotherapie
Akupunktur (A- und B-Diplom)

So läuft das Dry Needling im Orthozentrum Bergstraße ab

Ermittlung der Triggerpunkte

Vor dem Eingriff untersuchen wir das betroffene Areal sorgfältig durch gezielte Palpation. Hartspannstränge und besonders druckempfindliche Stellen geben Hinweise auf aktive Triggerpunkte. Die Reproduktion des bekannten Schmerzes (also das Auslösen des typischen Beschwerdemusters durch Druck) ist ein wichtiges diagnostisches Zeichen.

Ablauf der Nadeltherapie

Das zu behandelnde Hautareal wird gründlich desinfiziert. Wir verwenden ausschließlich sterile Einwegnadeln. Beim Dry Needling stechen wir die Nadel gezielt in die lokalisierten Triggerpunkte. Idealerweise löst der Nadelstich eine kurze Zuckungsreaktion des Muskels aus, die von vielen Patientinnen und Patienten als befreiend empfunden wird. Sie ist ein Zeichen dafür, dass der Triggerpunkt getroffen wurde und die verspannte Muskulatur beginnt, sich zu lösen.

In einer Sitzung können mehrere Triggerpunkte behandelt werden. Je nach Ausmaß der Beschwerden und individuellem Ansprechen sind in der Regel mehrere Behandlungen erforderlich.

Wirkung von Dry Needling und Nadellavage

Der Nadelstich verursacht eine minimale lokale Verletzung, die zu einer verbesserten Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Gewebes führen kann. Dies kann entzündungshemmend wirken und zur Linderung von Muskelverspannungen beitragen. Der Einstich ist spürbar, wird von den meisten Patientinnen und Patienten aber als weniger unangenehm empfunden als die zugrundeliegenden Muskelschmerzen. Nach der Behandlung kann ein muskelkaterähnlicher Nachschmerz auftreten, der in der Regel nach 1 bis 3 Tagen abklingt. Eine Betäubung des Areals ist nicht möglich, da sie die natürliche Muskelzuckungsreaktion unterdrücken würde.

Dry Needling im Orthozentrum Bergstraße

Risiken und Kontraindikationen des Dry Needlings

Dry Needling ist ein risikoarmes Verfahren, wenn es von qualifiziertem Fachpersonal unter hygienischen Bedingungen durchgeführt wird. In Deutschland darf es ausschließlich von Ärztinnen und Ärzten sowie Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern angewendet werden.

Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen leichte Einblutungen (Hämatome), Rötungen und ein vorübergehender muskelkaterähnlicher Nachschmerz. Da beim Dry Needling keine Medikamente injiziert werden, sind medikamentenbedingte Reaktionen nicht zu erwarten.

Eine Behandlung ist nicht möglich bei:

  • Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten oder erhöhter Blutungsneigung
  • Hautinfektionen oder Hauterkrankungen im Behandlungsbereich
  • Tumorerkrankungen im betroffenen Areal
  • Schwangerschaft (Einzelfallentscheidung)

Hinweise vor und nach dem Dry Needling

Vor der Nadeltherapie sollten Patientinnen und Patienten mit uns besprechen, ob blutungsverändernde Medikamente eingenommen werden. Das zu behandelnde Areal sollte sauber und frei von Hautirritationen sein.

Nach der Behandlung empfehlen wir, für einige Tage auf explosive Belastungen wie intensive Sprungsportarten zu verzichten. Moderate Bewegung wie Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen ist hingegen förderlich und kann die Geweberegeneration unterstützen. Ein Verzicht auf Nikotin oder Alkohol ist nicht zwingend erforderlich, kann aber den Heilungsverlauf positiv beeinflussen.

FAQ zu Dry Needling und Nadellavage im Orthozentrum Bergstraße

Inhalt medizinisch geprüft von Dr. med. Stefan Gouder – Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie im Orthozentrum Bergstraße.
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.

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