Das Schienbeinkantensyndrom

Was tun bei Schienbein-Schmerzen?


Viele Sportler, insbesondere Läufer, Tänzer und Fußballer, kennen die Schmerzen im Schienbein. Bei schätzungsweise 15 Prozent der Läufer ist dieses Syndrom bereits aufgetreten und betrifft mit einem durchschnittlichen Patientenalter von 24 Jahren eher junge Sportler. Die schmerzhafte Erkrankung tritt insbesondere bei einer dauerhaften Belastung auf und stellt die häufigste chronische Verletzung ausgelöst durch Überbeanspruchung dar. Zunächst sollte die Diagnose mithilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) gesichert und die Ursachen unter anderem mittels einer Laufanalyse gefunden werden. Eine Chronifizierung der Erkrankung wird durch geeignete Therapien und Patientenverhalten stark beeinflusst.

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Porträt von Dr. med. Uwe Baumgärtner

Dr. med. Uwe Baumgärtner


Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie und Akupunktur (A-und B-Diplom)

Porträt von Philipp Wolf

Philipp Wolf


Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie und Sportmedizin

Was ist das Schienbeinkantensyndrom?


Darstellung des musculus tibialis posterior – Schienbeinkantensyndrom

Das Schienbeinkantensyndrom hat viele verschiedene Namen. So wird es auch als mediales Tibiakantensyndrom, Shin-Splint-Syndrom, MTSS (Mediales Tibiales Stress Syndrom) oder Periostitis (Knochenhautentzündung) bezeichnet.

Es handelt es sich hierbei um eine Reizung der Innenseite des Schienbeins (Tibia). Die Reizung befindet sich an den unteren zwei Dritteln der Schienbein-Innenseite im Bereich des Muskelansatzes und der Sehne des Musculus tibialis posterior (hinterer Schienbeinmuskel). Durch lang andauernde und wiederholte Belastungen führt eine Reizung des Sehnenansatzes zu einer Entzündung.



Was löst die Schienbein-Schmerzen aus?


Das Schienbeinkantensyndrom tritt häufig beim intensiven Ausüben von zumeist Lauf-, Sprung- oder Hallensportarten, wie unter anderem Laufen, Tanzen, Wandern oder Skilanglauf auf. Jedoch können auch weitere Sportarten das Syndrom auslösen. Meist ist eine Überbeanspruchung durch zu hohe Trainingsumfänge die Ursache des Auftretens. Aber auch zu intensive Trainingseinheiten können Auslöser sein. Insbesondere bei den genannten Sportarten kommt es zu einer starken Belastung der Unterschenkel.

Abgrenzen muss man das hier beschriebene mediale (inneres) Schienbeinkantensyndrom vom lateralen (äußeres) Schienbeinkantensyndrom, bei dem der Musculus tibialis anterior (vorderer Schienbeinmuskel) überreizt ist, und dem Kompartmentsyndrom, bei dem ebenfalls Schmerzen durch einen erhöhten Druck in der Muskelloge des Schienbeins auftreten und welches im Verlauf schwerwiegender ist. Dieses tritt jedoch seltener auf. Weitere wichtige Differenzialdiagnosen werden in der Diagnostik noch einmal zusammengefasst.

Schmerzen am Schienbein - Ursachen von Leistenschmerzen - Laufen auf hartem Untergrund

Zumeist wird eine Periostitis durch die folgenden Ursachen ausgelöst:


  • Harte Böden beim Ausüben des Sports sowie ungewohnte Untergründe (Wechsel der Bodenbeläge im Frühjahr und Herbst)

  • Intensives Training auf hartem Untergrund

  • Intensive Trainingseinheiten nach langer Pause

  • Abgenutzte Sportschuhe

  • Fußfehlstellungen, wie Pronation oder ein sogenannter Plattfuß

  • Umstellung der Lauftechnik

Symptome des Schienbeinkantensyndroms


Typische Symptome des Schienbeinkantensyndroms sind Schmerzen auf der Vorder- und Innenseite des Unterschenkels. Diese werden zum Teil als stechend oder dumpf beschrieben. Zunächst treten die Schmerzen nur während des Trainings, mit zunehmender Belastung und Druck auf die Beine, auf. Jedoch zwingt dieser den Betroffenen in der Regel noch nicht zum Abbruch der Aktivität. Im fortgeschrittenen Stadium treten die Schmerzen schon zu Beginn der Belastung und beim lockeren Gehen auf, sodass die Belastung abgebrochen werden muss. Wird trotz der Schmerzen keine Trainingspause eingelegt, können die Schmerzen auch in Ruhe auftreten und sich schon bei geringer Belastung (normales Gehen im Alltag) verstärken. Die Erkrankung kann einseitig oder auch beidseitig auftreten.

Spätestens bei Schmerzen in Ruhe sollte dringend mittels der MRT überprüft werden, ob es sich eventuell um einen Stressbruch statt des Schienbeinkantensyndroms handelt.

Typische Symptome der Periostitis:


  • Schienbein Schmerzen an der Vorder- und Innenseite des Schienbeins (vor allem im mittleren und unteren Drittel)

  • Anfangs stechender oder dumpfer Schmerz während andauernder Belastung, der jedoch tolerierbar ist

  • Im weiteren Verlauf Schmerzen bereits zu Beginn der Belastung, die nach kurzer Zeit zum Abbruch zwingen

  • Ruheschmerzen

  • Eventuelle eine Schwellung im betroffenen Bereich

Die Sicherung der Diagnose und Abgrenzung zu anderen Erkrankungen


Die Diagnose Schienbeinkantensyndrom wird zunächst anhand oft anhand der auftretenden Symptome, das heißt der vom Patienten beschrieben Beschwerden, und einer körperlichen Untersuchung gestellt. So ist beispielsweise das mittlere und untere Drittel des Schienbeins besonders druckempfindlich und es kann eine diffuse Schwellung in diesem Bereich auftreten. Insbesondere zum Ausschluss weiterer Krankheitsbilder findet die apparative Diagnostik Anwendung. Zur Ursachenbehandlung ist die Durchführung einer Laufanalyse wichtig.

Magnetresonanztomographie (MRT)


Die apparative und bildgebende Diagnostik, wie das Röntgen und die Magnetresonanztomographie (MRT), sind bei der Diagnostik der Schienbeinkantensyndroms insbesondere zur Abgrenzung anderer Erkrankungen notwendig. Dabei ist insbesondere die MRT aufgrund der hohen Sensitivität und Bildauflösung von Bedeutung. Nur durch die bildgebenden Verfahren können Erkrankungen, wie Stressfrakturen oder venöse Erkrankungen ausgeschlossen und so die richtige Therapie gefunden werden.

Offenes MRT – Diagnose bei Schienbeinkantensyndrom

Wichtige Differenzialdiagnosen sind:


  • laterales Schienbeinkantensyndrom
  • Kompartmentsyndrom
  • Stressfrakturen (Ermüdungsbrüche)
  • Muskelhernien
  • Muskelverletzungen, wie Zerrungen und Muskelfaserrisse
  • Venöse Insuffizienzen
  • Thrombophlebitis (akute Thrombosen)

Laufanalyse


Um die Ursachen für das Auftreten des Syndroms herauszufinden und diese zu beheben, ist es sinnvoll eine Laufanalyse durchzuführen. So kann festgestellt werden, ob der Fuß eine Fehlstellung aufweist.

Mithilfe von individuell angefertigten orthopädischen Einlagen kann die Fehlstellung des Patienten korrigiert und so ein (erneutes) Auftreten des Schienbeinkantensyndroms verhindert werden.

Mehr auf unserer Infoseite Laufanalyse.info

Das Schienbeinkantensyndrom behandeln


In der Therapie der Schienbein Schmerzen kommen vor allem konservative Behandlungsmaßnahmen zum Einsatz. Die akuten Symptome sollen gelindert und die Entzündung behandelt werden. Während der akuten Schmerzphase sollte die sportliche Aktivität stark eingeschränkt oder zumindest verändert werden, um eine Entlastung der Schienbeine zu gewährleisten. Sobald die Schmerzen abgeklungen sind, kann eine langsame Belastungssteigerung erfolgen.

Massage als Behandlung von Schienbeinkantensyndrom

Zudem können physikalische Anwendungen und Krankengymnastik durch Dehnung verkürzter Muskeln und Quermassagen zur Heilung beitragen. Insbesondere die Triggerpunkttherapie hilft hierbei mithilfe von Druck und Dehnung der betroffenen Muskulatur. Im Fall einer starken Pronation des Fußes (starke Belastung auf die Fußinnenkante) kann der Fuß zur Unterstützung des Fußinnenkante zeitweise getaped werden. So ist mit einem schnellen Rückgang der Symptome zu rechnen.

Selten werden beim Schienbeinkantensyndrom örtliche Kortisoninjektionen angewendet. Operative Maßnahmen werden in der Regel zur Behandlung nicht angewendet.


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Was kann ich als Betroffener tun?


Auch der Patient kann durch richtiges Verhalten die Heilung und die Dauer positiv beeinflussen sowie einer Chronifizierung der Erkrankung vorbeugen. So sollte das Bein unbedingt geschont werden und wenn möglich keine Belastung erfahren. Eventuell ist es sinnvoll (vorübergehend) eine andere Trainingsmethode zu wählen. Dies ist jedoch vom Schweregrad der Erkrankung abhängig. Bei leichteren Symptomen ist es oftmals ausreichend, die Belastung zu reduzieren. Bei ausgeprägten Symptomen sollte eine Trainingspause eingelegt werden.

Zudem sollte bereits während der Akutphase die Wadenmuskulatur im betroffenen Bein mehrmals täglich gedehnt werden und ein regelmäßiges kräftigendes sowie koordinatives Training mithilfe von instabilen Untergründen, beispielsweise auf dem Therapiekreisel oder Kippelbrettern durchgeführt werden.

Bei akuten Schmerzen helfen eine Kühlung der betroffenen Stelle, Kompressionsverbände sowie entzündungshemmende und durchblutungsfördernde Salben und Tabletten. Dies sollte jedoch vorher mit dem Arzt abgesprochen werden.

Oftmals verschwinden die Beschwerden nach einer Zeit der Entlastung, sodass die Entzündung abklingen kann. Sobald es nicht mehr schmerzt, wenn der betroffene Bereich kräftig abgetastet wird, kann die sportliche Aktivität wieder aufgenommen werden. Eine Änderung der Trainingsgewohnheiten ist jedoch ratsam und aufgrund einer erhöhten Rückfallquote, sollten die Betroffenen noch eine Weile mit Vorsicht trainieren. Um eine Chronifizierung der Erkrankung zu vermeiden, sollte bei ersten Anzeichen eines erneuten Auftreten des Syndroms unbedingt eine Pause eingelegt werden.


Dem Schienbeinkantensyndrom vorbeugen


Viele Maßnahmen der Therapie dienen bereits der Prävention der Schienbein Schmerzen. Im Folgenden werden noch einmal die wichtigsten präventiven Maßnahmen zusammengefasst.

Aufwärmen vor dem Sport - Prävention von Schienbeinkantensyndrom

Die wichtigsten Tipps und Maßnahmen:


  • Keine plötzliche Intensivierung des Trainings, die Belastung progressiv steigern

  • Durchführung einer Laufanalyse und orthopädische Einlagenversorgung bei Fußfehlstellungen

  • Regelmäßig das Schuhwerk wechseln und Schuhe mit Stoßdämpfung bevorzugen

  • Beim (erneuten) Auftreten der Symptome, die Belastung reduzieren oder pausieren

  • Optimierung der Trainingstechnik

  • Dauerhaftes Training auf zu harten Untergründen vermeiden

  • Vor dem Training gut aufwärmen

  • Dehnung und Mobilisationstraining

  • Ausreichend Pause und Regeneration zwischen den Trainingseinheiten

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