Schmerztherapie bei Osteoporose

Wie man mit einer Schmerztherapie Beschwerden vermindern kann


Osteoporose entsteht aufgrund einer verminderten Knochendichte, die durch eine Störung im Knochenaufbau und -abbau entsteht. Sie betrifft besonders ältere Menschen und Frauen nach den Wechseljahren oder Menschen mit einer langfristigen Einnahme von Cortison-Präparaten.

Durch die verminderte Dichte ist der Knochen weniger stabil und es kommt leicht zu Brüchen von Wirbelkörpern oder am Oberschenkelhals, auch ohne ein ausreichendes Trauma. Zusätzlich leiden Betroffene durch ihre Osteoporose häufig an Schmerzen.

Diese führen zu Schonhaltungen und einer Abnahme der Bewegungsfreudigkeit, was weiter zu Muskel- und Knochenabbau führt. So entsteht ein kaum zu durchbrechender Teufelskreis – demnach sollten Osteoporose-Schmerzen möglichst schnell nach Diagnosestellung durch eine geeignete Schmerztherapie gelindert werden!


Was bedeutet „Schmerztherapie bei Osteoporose“?

Die Anamnese steht immer am Anfang jeder Schmerztherapie. Durch ein Anamnesegespräch und eine körperliche Untersuchung in Ergänzung durch bildgebende Diagnostik werden Beschwerden genau abgeklärt. Schmerzskalen dienen dabei der Einordnung der Schmerzstärke.

Beschwerden sollten durch eine individuell auf den Patienten oder die Patientin abgestimmte Therapie gelindert werden, um Schonhaltungen und eingeschränkter Mobilität zuvorzukommen. Die Schmerztherapie wird stetig an Veränderungen angepasst und erhöht die Lebensqualität deutlich: Muskelabbau, Fehlhaltungen und weitere Einschränkungen durch den Schmerz können verringert werden.

Zur Linderung der Schmerzen bei Osteoporose kommen unterschiedliche Therapien zum Einsatz: Schmerzmittel, Mobilisierung und Aufbautraining, Vitamin-Supplementierung und Ernährung spielen eine wichtige Rolle. Auch die Häufigkeit von Knochenbrüchen und ihrer Folgeschäden kann durch eine Therapie stark gesenkt werden.


Was hilft bei Osteoporose-Schmerzen?

Zum Diagnosezeitpunkt ist die Osteoporose meist schon weit fortgeschritten und die Schmerzen sind häufig chronisch geworden. Um Schmerzen bei Osteoporose zu behandeln, ist deshalb eine ausreichende Therapie mit Schmerzmitteln notwendig. Die gezielte Therapie der Osteoporose ist allerdings auch unerlässlich, um langfristig Schmerzen durch eine Osteoporose zu bekämpfen. Deshalb entwickeln wir im Orthozentrum Bergstraße mit Ihnen gemeinsam einen individuellen Therapieplan. Dieser soll nicht nur durch die Linderung der Schmerzen Ihre Lebensqualität verbessern, sondern auch langfristig der Entstehung weiterer Schmerzauslöser vorbeugen.

Was kann gegen akute Schmerzen bei Osteoporose getan werden?

Akute Schmerzen sind Folge von Knochenbrüchen. Hier sind die Wirbelkörper meist zuerst betroffen. Eine medikamentöse Therapie lindert die Schmerzen schnell und effektiv. Akute Schmerzen sollten frühzeitig und ausreichend lange behandelt werden, um eine frühzeitige Mobilisierung zu ermöglichen und den Übergang in chronische Schmerzzustände zu verhindern.

Behandlung moderater Schmerzen: NSAR (Nicht-steroidale Antirheumatika)


Hierzu gehören Ibuprofen, ASS oder auch Diclofenac. Sie kommen bei leichteren Schmerzen zum Einsatz und wirken antientzündlich.

Da sie schädigend auf Magen und Niere wirken können, werden sie eher vorübergehend eingesetzt. Ein zusätzliches Magenschutzmittel kann sinnvoll sein.

Behandlung starker Schmerzen: Opioide


Hierunter fallen Medikamente wie Morphin, Buprenorphin oder Fentanyl. Ihr Einsatzgebiet sind stärkere Schmerzen und sie können mit den schwächeren NSAR kombiniert werden. Da sie Magen und Niere nicht schädigen, ist ein langfristiger Einsatz möglich. Häufigste Nebenwirkung ist eine Verstopfung, die aktiv behandelt werden sollte. Eine Abhängigkeit ist bei regelrechter Einnahme nicht zu befürchten.

Lokale Behandlung mit Lokalanästhetika


Lokale Schmerzmittel hemmen die Nervenleitung im betroffenen Bereich, sodass der Schmerz „blockiert“ wird. Ihre Wirkung lässt nach wenigen Stunden nach.

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Operative Maßnahmen (Kyphoplastie / Vertebroplastie)


Hierdurch sollen die eingebrochenen Wirbelkörper stabilisiert werden, indem der Knochen durch Zement oder Kunststoff gefüllt wird.

Weitere Therapieformen


  • Mobilisierung
  • Physiotherapie
  • Sporttherapie

Wie sieht die Behandlung chronischer Osteoporose-Schmerzen aus?

Medikamentöse Therapie


Ähnlich wie in der Therapie akuter Schmerzen werden je nach Schmerzstärke unterschiedliche Medikamente eingesetzt. Ihr Einsatz folgt einem sogenannten „Stufenplan“:

  • Stufe 1 – NSAR
  • Stufe 2 – schwache Opioide
  • Stufe 3 – starke Opioide

Je nach Schmerzentwicklung ist sowohl ein Übergang zur nächsthöheren als auch einer niedrigeren Stufe möglich. Opioide können mit NSAR kombiniert werden.

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Nichtmedikamentöse Maßnahmen


Medikamente lindern Schmerzen bei Osteoporose sehr effektiv und sind für eine Verbesserung der Lebensqualität unerlässlich, sollten aufgrund der Nebenwirkungen jedoch mit Bedacht eingesetzt werden. Um langfristig den Schmerzmittelgebrauch zu minimieren, werden deshalb weitere Therapieformen eingesetzt:

  • Schnelle Mobilisierung
  • Physiotherapie / Krankengymnastik
  • Entspannungsübungen
  • Akupunktur
  • Selbsthilfegruppen & psychotherapeutische Begleitung

Das wichtigste Ziel ist es, den Muskelaufbau zu fördern und einen weiteren Abbau des Knochens durch mangelnde Bewegung zu verhindern. Auch eine Kräftigung der Rückenmuskulatur, Sturzprophylaxe und das Lösen von Verspannungen tragen zu einer besseren Prognose bei.


Wie kann Osteoporose behandelt werden?

Eine Schmerztherapie bei Osteoporose ist eher symptomorientiert und reicht alleine nicht aus, um das Fortschreiten zu verhindern. Deshalb gibt es auch einige kausale Therapieansätze.

1. Vitaminsubstitution


Vitamin D und Calcium sind besonders wichtig für den Knochenstoffwechsel und deshalb als Basis-Therapie unerlässlich. Vitamin D ermöglicht die Aufnahme des Calciums in den Knochen, das gemeinsam mit Phosphat den Großteil der Knochensubstanz ausmacht. So wird der Knochen gefestigt und widerstandsfähiger. Vor der Therapie mit anderen Wirkstoffen wie Bisphosphonaten sollte ebenfalls eine gute Versorgung sichergestellt werden.

2. Medikamente


Sie verhindern den weiteren Abbau des Knochens oder unterstützen den Knochenaufbau und können so das Auftreten von Wirbelfrakturen verhindern. Verbreitete Wirkstoffe sind:

  • Bisphosphonate: antiresorptiv, Hemmung des Knochenabbaus
  • Monoklonale Antikörper: Wirkung wie Bisphosphonate, Verabreichung nur über Infusion
  • Östrogene: antiresorptiv, Hemmung des Knochenabbaus
  • Selektive Östrogenrezeptor-Modulatoren (SERM): imitieren Östrogenwirkung am Knochen
  • Teriparatid: Parathormon-Analogon, fördert Knochenaufbau

Vorbeugende Maßnahmen


Um das Auftreten von Osteoporose und begleitende Schmerzen zu verhindern gibt es einige Prophylaxe-Möglichkeiten:

  • ausgewogene Ernährung
  • eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D & Calcium
  • körperliche Aktivität / Bewegungstraining

Ein wichtiger Aspekt bei bereits aufgetretener Osteoporose ist die Minimierung des Sturzrisikos durch Gangschulungen, Gymnastik und die Beseitigung von Sturzmöglichkeiten im Alltag. Dabei kann das Auslegen von Anti-Rutschmatten in Bad und Dusche oder die Beseitigung von „Stolperfallen“ helfen.


Wo hat man Schmerzen bei Osteoporose?

Da die Abnahme der Knochenmasse ein stetiger Prozess ist, wird Osteoporose meist erst durch Brüche oder das Auftreten von Knochenschmerzen bemerkt. Chronische Schmerzen führen zu Immobilität, was Knochenabbau und damit das schnellere Fortschreiten von Osteoporose begünstigt. 

Frakturen sorgen häufig für Schmerzen bei Osteoporose


Knochenbrüche treten häufig an Armen, Gelenken und im Hüftbereich auf. Ein Oberschenkelhalsbruch kann auch bei älteren Menschen auf eine Osteoporose hinweisen. Der wichtigste Hinweis auf eine vorliegende Knochenschwäche sind Frakturen ohne auslösendes Trauma oder adäquate Krafteinwirkung, das heißt ein Bruch tritt beispielsweise schon beim normalen Gehen auf.

Weitere Stellen, an denen häufig Schmerzen bei Osteoporose lokalisiert werden, sind:

Wirbelsäule


Schäden an den Wirbelkörpern treten besonders bei Frauen nach den Wechseljahren auf. Rückenschmerzen sind häufig das erste Symptom einer Osteoporose – sie sind aber sehr unspezifisch und können auch eine Folge einer Fehlbelastung oder Muskelverspannung sein, die nichts mit Osteoporose zu tun hat.

Muskel- & Kopfschmerzen


Wirbelkörperschäden haben oft eine Rundrückenbildung und eine Abnahme der Körpergröße zur Folge, was wiederum zu Verspannungen in der Nacken- und Rückenmuskulatur führt. Die daraus resultierenden Schmerzen können bis in den Kopfbereich ausstrahlen und dort Kopfschmerzen auslösen.

Hüfte


Wirbelkörperschäden haben oft eine Rundrückenbildung und eine Abnahme der Körpergröße zur Folge, was wiederum zu Verspannungen in der Nacken- und Rückenmuskulatur führt. Die daraus resultierenden Schmerzen können bis in den Kopfbereich ausstrahlen und dort Kopfschmerzen auslösen.

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Füße


Um die schonende Mobilisation von Patientinnen und Patienten zu ermöglichen, sind Schmerzmittel (sog. Analgetika) integraler Bestandteil der Schmerztherapie bei Bandscheibenvorfällen. Schmerzmittel ist jedoch nicht gleich Schmerzmittel und auch hier ist die Gabe abhängig vom Schweregrad der Symptomatik. Unterschieden werden beispielsweise Nicht-Opioid-Analgetika von Opioiden. Dabei werden die entsprechenden Opioide (stärkere Scherzmittel) nur kurzfristig bei sehr starken Schmerzen eingesetzt. Die Opioide werden meist als Pflaster auf die betroffene Stelle aufgeklebt. 

Wann lassen die Schmerzen bei Osteoporose nach?

Da jeder Patient Schmerz unterschiedlich stark wahrnimmt und er aus unterschiedlichen Gründen auftreten kann, lässt sich darüber allgemein keine Aussage treffen. Wichtig für die Prognose ist aber die Unterscheidung zwischen akuten und chronischen Schmerzen.

Akuter Osteoporose-bedingter Schmerz

  • direkte Reaktion des Körpers auf ein schädigendes Ereignis
  • spontan
  • zeitlich begrenzt
  • meistens Folge von Knochenbrüchen
  • gut lokalisierbar
  • häufig Rückenschmerzen

Chronischer Osteoporose-bedingter Schmerz

  • kein einzelnes auslösendes Ereignis
  • hält mindestens 3 Monate an (dauerhaft oder wiederkehrend)
  • nimmt im Laufe des Tages zu
  • Fehlhaltungen, Veränderungen von Muskulatur und Sehnen als Folge zahlreicher kleinerer Brüche

Akute Schmerzen


Akute Schmerzen bei Osteoporose sind meist innerhalb von zwei bis drei Monaten wieder vollständig verschwunden. Die Schmerzen werden kurzfristig und symptomatisch behandelt, was Schmerzfreiheit für einige Stunden nach Schmerzmitteleinnahme bedeuten kann. Um einen zu hohen Schmerzmittelgebrauch und unerwünschte Folgen zu verhindern, sollten die gewählten Medikamente an Schmerzstärke und Einnahmedauer angepasst werden.

Chronische Schmerzen


Chronische Schmerzen halten weitaus länger an und schränken die Lebensqualität massiv ein. Da eine Schmerztherapie bei Osteoporose ihre Wirkung erst über einen längeren Zeitraum hinweg richtig entfalten kann, werden sie nicht von einem Tag auf den anderen schmerzfrei. Lassen Sie sich deshalb nicht verunsichern, wenn die Beschwerden sich in den ersten Tagen nur wenig bessern.  Durch eine optimal auf Sie abgestimmte Therapie können bereits innerhalb weniger Wochen oder Monate Osteoporose-bedingte Schmerzen stark gelindert werden oder sogar vollständig verschwinden.

Grundsätzlich gilt: Je früher man beginnt und je weniger fortgeschritten das Krankheitsstadium ist, desto schneller lässt sich eine Linderung der Osteoporose-Schmerzen beobachten.


Wie lange dauert die Schmerztherapie bei Osteoporose?

Darüber lässt sich im Vorfeld keine genaue Aussage treffen. Akute Schmerzen lassen sich in der Regel sehr schnell reduzieren. Eine Behandlung ist meist bis zum Abklingen der Symptome oder der Beseitigung des Auslösers sinnvoll. Eine frühzeitige Behandlung akuter Schmerzen kann dabei helfen, eine Chronifizierung zu verhindern und ihnen eine langwierige Therapie zu ersparen.

Der Ablauf einer Schmerztherapie bei chronischen Osteoporose-Schmerzen kann sich dagegen über mehrere Monate bis Jahre erstrecken, da bei Osteoporose nicht nur Schmerzmittel eingesetzt werden, sondern auch langfristig eine Remineralisierung des Knochens und Stabilisierung des Bewegungssystems erreicht werden soll. So wird auch dem Auftreten weiterer Knochenbrüche vorgebeugt.

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