Schnappfinger

Wenn der Finger schmerzt und hakt


Als Schnappfinger (auch schnellender Finger, Klappfinger oder Triggerfinger) bezeichnet man ein Phänomen, bei dem zur Bewegung des Fingers ein Widerstand überwunden werden muss. Zunächst scheint der Finger während der Bewegung kurzzeitig hängen zu bleiben, bevor er dann in die gewünschte Richtung nachschnappt, -klappt oder -schnellt.

Erfahren Sie deshalb auf der folgenden Seite, woran man Schnappfinger erkennt, wie sie entstehen und wie wir diese im Orthozentrum Bergstraße behandeln können.

Wir sind auf die Behandlung von Schnappfingern spezialisiert

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Mit ihrer jahrelangen Erfahrung sind unsere Ärzte darauf spezialisiert Ihnen bei allen Beschwerden, die bei einem Schnappfinger auftreten können, weiterzuhelfen. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, einen möglichst beschwerdefreien Alltag wieder für Sie herzustellen.
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Porträt von Dr. med. Uwe Baumgärtner

Dr. med. Uwe Baumgärtner

FACHARZT FÜR ORTHOPÄDIE, CHIROTHERAPIE UND AKUPUNKTUR (A-UND B-DIPLOM)
Porträt von Philipp Wolf

Philipp Wolf

FACHARZT FÜR ORTHOPÄDIE, CHIROTHERAPIE UND SPORTMEDIZIN

Was versteht man unter einem Schnappfinger?

Struktur und Aufbau des Fingers


Die Beweglichkeit der Finger wird durch Muskeln ermöglicht, die im Bereich des Unterarms und der Hand liegen. Sie haben kräftige Sehnen, die bis zu den Fingerspitzen ziehen. Ihre Sehnen werden durch ringförmige Bänder im Bereich der Fingergelenke geführt. Diese Ringbänder sind auf der Innenseite der Finger vom Grundgelenk bis zur Fingerspitze positioniert und wirken für die Sehnen wie kleine Umlenkrollen.

Außerdem sind die Sehnen im Bereich des Handgelenks, der Finger und teilweise auch in der Mittelhand von Sehnenscheiden umhüllt. Sehnenscheiden dienen dazu, ein besonders reibungsfreies Gleiten der Sehnen zu ermöglichen. In der lateinischen Fachsprache nennt man eine Sehnenscheide „Vagina tendinis“.

Schnappfinger – besondere Form der Sehnenscheidenentzündung


Sehnenscheiden können sich, zum Beispiel bei hoher mechanischer Beanspruchung, entzünden. Je nachdem, wie genau sich eine Sehnenscheidenentzündung klinisch präsentiert, werden verschieden Formen unterschieden.

Schnappfinger sind das charakteristische Symptom einer bestimmten Form der Sehnenscheidenentzündung, die man in der Fachsprache als „Tendovaginitis stenosans“ bezeichnet. „Tendovaginitis“ ist das lateinische Wort für die Sehnenscheidenentzündung. „Stenosis“ ist ein griechisches Wort und bedeutet „Verengung“. Es kommt also aufgrund eines Entzündungsprozesses an den Sehnenscheiden der Hand zu einer Verengung, die dann ein Hindernis für die freie Beweglichkeit der Finger darstellt. Die Tendovaginitis stenosans ist die häufigste Erkrankung der Sehnen der Hand. Etwa 2–3% aller Menschen in Deutschland erleiden im Laufe ihres Lebens eine Tendovaginitis stenosans mit Triggerfinger.


An welchen Fingern tritt das Problem besonders häufig auf?

Besonders häufig werden Daumen, Mittel- und Ringfinger der dominanten Hand zum Klappfinger. Ist der Daumen betroffen, haben sich auch die Begriffe „schnellender Daumen“, „Schnappdaumen“ oder „springender Daumen“ eingebürgert.

Grundsätzlich kann die Blockade der Sehne unter jedem Ringband entlang des Fingers auftreten. Typischerweise ist jedoch das Ringband A1 betroffen. So bezeichnet man das Ringband, welches gleich am Übergang von der Mittelhand zum Finger auf der Handinnenseite liegt. Aufgrund seiner Position an der Fingerbasis, ist es meist am stärksten mechanisch belastet.

Wie kommt es zu einem Schnappfinger?


Die Grundlage für einen schnellenden Finger ist ein Entzündungsprozess, der mehrere Ursachen haben kann. Die Entzündung beginnt in der Regel in den Sehnenscheiden. Die Sehnenscheiden schwellen an und lassen dadurch weniger Platz für die Sehnen, die mittig durch sie hindurchgleiten. Dadurch, dass die Sehnen durch verengte Sehnenscheiden gleiten müssen, entstehen Schmerzen. Auch wird der Entzündungsprozess weiter verstärkt. Die Entzündung greift dann auf die Sehnen über. Auf der Oberfläche der Sehnen entstehen dadurch zunächst Rauigkeiten. Später kommt es zu knotigen Aufquellungen auf der Oberfläche der Sehnen.

Diese kleinen Knoten können nun bei der Bewegung des Fingers dazu führen, dass die entzündete Sehne an den Ringbändern der Finger hängen bleibt. Um den Finger dennoch zu Bewegen, müssen Patientinnen und Patienten mehr Kraft aufwenden. Wird der Widerstand schließlich überwunden, schnappt oder schnellt der betroffene Finger nach.


Welche Ursachen kommen für Klappfinger infrage?

Man geht davon aus, dass meist mehrere Ursachen zusammen dazu führen, dass ein schnellender Finger beziehungsweise ein schnellender Daumen entsteht. Zu den möglichen Ursachen zählen eine genetische Veranlagung, einige Erkrankungen und eine besondere mechanische Belastung oder Verletzung der Hand.

Mögliche Ursachen für einen Schnappfinger


Auffällig ist zunächst, dass Frauen etwa dreimal bis viermal häufiger an einem Triggerfinger leiden als Männer. Die Gründe dafür sind nicht genau bekannt. Besonders häufig tritt ein schnellender Finger zwischen dem 30. und dem 50. Lebensjahr auf.

Klar ist, dass einige andere Erkrankungen mit einem häufigeren Auftreten eines schnellenden Fingers in Zusammenhang gebracht werden können. Zu diesen Krankheiten zählen Diabetes mellitus, Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, Niereninsuffizienz und Schilddrüsenerkrankungen.

Schließlich können auch mechanische Überbeanspruchungen der Sehnenscheiden ursächlich für einen Schnappfinger sein. Dazu kann es zum Beispiel im Rahmen intensiver Computerarbeit, handwerklicher Arbeit, Gartenarbeit, einigen Sportarten oder auch beim Klavierspielen kommen.

All diese Tätigkeiten können vor allem dann zu einem Triggerfinger führen, wenn sie ungewohnt sind und dann plötzlich intensiv ausgeführt werden.

Eine mechanische Überbeanspruchung kann aber auch durch einen Unfall entstehen, wenn es zum Beispiel im Bereich der Hand zu Prellungen gekommen ist.

Insgesamt ein erhöhtes Risiko für die Entstehung eines Klappfingers haben also Patientinnen und Patienten, die …

  • weiblich sind
  • 30 bis 50 Jahre alt sind
  • an Diabetes mellitus, Rheuma, Niereninsuffizienz oder Schilddrüsenkrankheiten leiden
  • durch Beruf oder Freizeit ihre Sehnenscheiden und Sehnen besonders belasten
  • Prellungen der Hand erlitten haben

Wie macht sich ein schnellender Finger bemerkbar?

Patientinnen und Patienten, die unter einem Klappfinger leiden, erleben in der Regel eine Abfolge typischer Symptome.

Typische Symptome für einen schnellenden Finger


Zunächst verursacht die Reizung der Sehne Schmerzen und Schwellungen auf der Handinnenseite über dem betroffenen Ringband. Dazu können sich eine Steifigkeit am Morgen und ein Spannungsgefühl gesellen. Manchmal können auch die Verdickungen der betroffenen Sehne auf der Handinnenseite ertastet werden.

Mit der Zeit tritt dann das typische Schnappen beim Strecken des Fingers auf. Das Strecken des betroffenen Fingers ist aber zunächst noch aus eigener Kraft möglich.

Im weiteren Verlauf wird das aktive Strecken des Fingers dann unmöglich. Der Klappfinger kann nur noch passiv gestreckt werden.

Schließlich wird das Strecken des Fingers ganz unmöglich und er verbleibt in Beugestellung.

Zusammengefasst verlaufen die Beschwerden beim Schnappfinger typischerweise wie folgt:

  1. Schmerzen und Schwellung im Fingergrundgelenk
  2. Morgensteifigkeit
  3. Schnappfinger-Symptomatik, Streckung aktiv möglich
  4. Schnappfinger-Symptomatik, Streckung passiv möglich
  5. Streckung des Fingers unmöglich
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Wie wird ein schnellender Finger diagnostiziert?

Bei der Diagnose „schnellender Finger“ stehen Anamnese und körperliche Untersuchung im Vordergrund.

Anamnese des Schnappfinger


Die Ärztin oder der Arzt befragt Patientinnen und Patienten genau nach ihren aktuellen Beschwerden, nach Vorerkrankungen, Beruf, Freizeit und etwaigen Unfällen. So können bereits wichtige Hinweise auf die Diagnose Schnappfinger gesammelt werden.

Körperliche Untersuchung des Schnappfinger


Während der körperlichen Untersuchung tasten Ärztinnen und Ärzte möglicherweise bestehende Schwellungen auf der Handinnenseite ab. Auch die typischen Verdickungen an Sehne und Ringband können ertastet werden. Wenn während der Untersuchung ein springender Daumen oder ein schnellender Finger direkt beobachtet werden kann, liegt der Verdacht auf eine Tendovaginitis stenosans bereits sehr nahe.

Bildgebende Verfahren bei Schnappfinger


Die Veränderungen an Sehne und Ringband, welche durch den Entzündungsprozess hervorgerufen werden, können auch bei einer Ultraschall-Untersuchung oder in der Kernspintomographie (MRT) dargestellt werden. Das MRT bietet den Vorteil, unabhängig von Untersucherin oder Untersucher sehr genaue Bilder zu liefern, die dann von Ärztinnen und Ärzten objektiv beurteilt werden können.

Röntgen-Aufnahmen dienen vor allem dazu, andere Erkrankungen im Bereich der Hand auszuschließen.

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Wie wird ein Triggerfinger behandelt?

Die Therapie schnellender Finger und springender Daumen wird individuell mit Patientinnen und Patienten abgestimmt. Das Ziel ist es dabei, dass Patientinnen und Patienten keine Schmerzen mehr empfinden und die Beweglichkeit des betroffenen Fingers wiederhergestellt wird.

Behandlung des Schnappfingers nach Fortschritt der Erkrankung


Besteht der Klappfinger erst seit kurzer Zeit und ist die Symptomatik wenig ausgeprägt, kann abgewartet werden, ob eine spontane Besserung eintritt. Bleibt diese aus, oder ist die Erkrankung bereits weiter fortgeschritten, gibt es mehrere konservative Behandlungsansätze.

Wenn auch die konservative Therapie ohne Erfolg bleibt, kommen schließlich operative Verfahren in Betracht.

Welche konservativen Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Zur konservativen Behandlung schnellender Finger kommen Medikamente und orthopädische Hilfsmittel infrage. Die beiden zentralen Medikamentengruppen sind das Kortison und bekannte Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac.

Kortison


Kortison wirkt der ursächlichen Entzündung entgegen und kann direkt in die Umgebung der entzündeten Sehne gespritzt werden. Dort entfaltet es dann gezielt und lokal begrenzt seine Wirkung. Durch das präzise Einspritzen des Kortisons am Klappfinger werden typische Nebenwirkungen im Vergleich zu einer Einnahme in Tablettenform deutlich reduziert.

Auch eine Erkrankung an Diabetes mellitus muss kein Ausschlusskriterium für die lokale Injektion von Kortison sein. Allerdings kann das Kortison bei Diabetikern den Blutzuckerspiegel beeinflussen.

Orthesen und therapeutisches Laserlicht


Darüber hinaus kann ein Klappfinger auch mit Orthesen ruhiggestellt werden. Orthesen sind orthopädische Hilfsmittel, die entweder ganztägig oder nachts über dem betroffenen Fingergelenk getragen werden. Durch die Ruhigstellung empfinden Patientinnen und Patienten deutlich weniger Schmerzen. Auch die Entzündung geht durch das Tragen von Orthesen mit der Zeit zurück.

Sinnvoll kann auch die Behandlung mit einem therapeutischen Laserlicht sein. Der Laser wirkt entzündungshemmend, schmerzstillend und abschwellend.

Welche Operationen können bei einem Triggerfinger helfen?


Bleibt ein springender Daumen oder schnellender Finger trotz Behandlung bestehen, kann auch eine Operation in Betracht gezogen werden. Das gilt gerade für den häufigen Fall, bei dem das Ringband A1 betroffen ist.

Man setzt dann einen kleinen Schnitt in die Haut über dem betroffenen Ringband. Anschließend wird das Ringband durchtrennt. Die verdickte Sehne erhält auf diese Weise mehr Platz und bleibt bei Bewegung nicht mehr am Ringband hängen. Mit Erfolgsraten von über 90% ist dieser Eingriff bewährt und komplikationsarm.

Je nachdem, wie lang ein springender Daumen oder schnellende Finger zuvor bestanden hat, können jedoch auch nach der Operation noch einige Wochen lang Symptome bestehen bleiben, die dann mit der Zeit abklingen.

Wie lässt sich ein Schnappfinger vorbeugen?

Die Ursachen eines Schnappfingers sind vielfältig und nicht alle Risiken können wir vermeiden. Es gibt dennoch einige Hinweise, die Patientinnen und Patienten beachten können, damit ein schnellender Finger gar nicht erst entsteht.

Fehlbelastungen als häufigste Ursache


Dazu gehört in erster Linie das Vermeiden mechanischer Überbeanspruchung. Bänder, Sehnen und Sehnenscheiden sind lebendige Gewebe, die sich Belastungen anpassen können. Dafür benötigen sie jedoch einige Zeit. Werden also ungewohnte Tätigkeiten, etwas das Klavierspiel, intensive Gartenarbeit oder eine neue Sportart begonnen, ist es gut, den Körper langsam an die neuen Bewegungsabläufe zu gewöhnen und die Sehnen nicht sofort zu stark zu belasten.

Darüber hinaus kann auch einigen Erkrankungen, die ein Risiko für Triggerfinger darstellen, vorgebeugt werden. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung und regelmäßiger Sport etwa vermindern das Risiko, an Diabetes mellitus Typ II zu erkranken und wirken so auch der Entstehung schnellender Finger entgegen.

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