Sprung­gelenks­arthrose

Obwohl das Sprunggelenk täglich enormen Belastungen ausgesetzt ist, erkrankt es im Vergleich zu Hüfte oder Knie seltener an Arthrose. Wenn es doch dazu kommt, sind Betroffene häufig jünger als bei anderen Gelenkarthrosen und die Ursache liegt in vielen Fällen in einer früheren Verletzung.
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PRP-Therapie & Hyaluronsäure-Injektion

Laufanalyse, offenem MRT und Röntgen

Hauseigenes Bewegungslabor

Stand: April 2026

Unser Konzept im Orthozentrum Bergstraße

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu Ursachen, Symptomen, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten der Sprunggelenksarthrose. Im Orthozentrum Bergstraße setzen wir zur Diagnose auf digitale Laufanalyse im Bewegungslabor, Ultraschall, Röntgen und das offene MRT. In der Therapie stehen neben physiotherapeutischen Maßnahmen und orthopädischen Hilfsmitteln auch die PRP-Therapie und Hyaluronsäure-Injektionen zur Verfügung – individuell abgestimmt auf Befund und Beschwerdebild.
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Dr. med. Mehmet Rüzgar

Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie
Sportmedizin
Chirotherapie
Gelenkspezialist

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Dr. med. Uwe Baumgärtner

Facharzt für Orthopädie
Chirotherapie
Akupunktur (A- und B-Diplom)

Was ist eine Sprunggelenks­arthrose?

Beim Sprunggelenk handelt es sich um eine komplexe Gelenkstruktur, die das gesamte Körpergewicht trägt und bei sportlicher Belastung dem Mehrfachen davon standhält.

Die Sprunggelenksarthrose bezeichnet einen degenerativen Verschleiß des Gelenkknorpels im oberen und/oder unteren Sprunggelenk. Das obere Sprunggelenk verbindet Schien- und Wadenbein des Unterschenkels mit dem Sprungbein und ist für Beugung und Streckung des Fußes verantwortlich. Ist die schützende Knorpelschicht, die die Gelenkflächen überzieht, abgenutzt oder beschädigt, reiben die Knochen zunehmend aneinander: mit Schmerzen, Entzündungsreaktionen und eingeschränkter Beweglichkeit als Folge. Die Arthrose im Sprunggelenk ist ein fortschreitender Prozess, der sich in der Regel über mehrere Stadien entwickelt.

Welche Ursachen hat eine Sprunggelenks­arthrose?

Im Unterschied zur Hüft- oder Kniearthrose ist die Sprunggelenksarthrose selten eine reine Alterserscheinung Medizinisch wird zwischen primärer und sekundärer Sprunggelenksarthrose unterschieden.

Die primäre Form tritt ohne erkennbares auslösendes Ereignis auf, etwa durch eine erblich bedingte Veranlagung zu schwächerem Gelenkknorpel. Sie ist am Sprunggelenk vergleichsweise selten.

Die sekundäre Form ist mit rund 80 Prozent die häufigere Variante und geht in vielen Fällen auf eine konkrete Vorgeschichte zurück, insbesondere auf nicht oder nicht vollständig austherapierte Verletzungen wie Knochenbrüche, Bänderrisse oder Umknicktraumata (Supinationstraumen). Die damals entstandenen Instabilitäten oder Knorpelschäden führen Jahre bis Jahrzehnte später zu einer chronischen Fehlbelastung und damit zum Gelenkverschleiß.

Weitere mögliche Ursachen einer Sprung­gelenks­arthrose:

  • Achsabweichungen und gestörte Biomechanik durch ungünstig ausgeheilte Knochenbrüche
  • Reduzierte Gelenkstabilisierung durch erschlaffte Sehnen und Bänder
  • Entzündliche Gelenkerkrankungen wie rheumatoide Arthritis
  • Ausgeprägtes Übergewicht mit dauerhafter Druckbelastung des Knorpels
  • Osteochondrosis dissecans (Ablösung kleiner Knorpel-Knochen-Fragmente im Gelenk)

Welche Symptome treten bei einer Sprunggelenks­arthrose auf?

Die Beschwerden entwickeln sich meist schleichend und verändern sich mit dem Fortschreiten der Erkrankung.

Im Frühstadium treten Schmerzen vor allem nach Belastung auf, etwa nach längerem Gehen, Sport oder Wanderungen. Typisch ist der Anlaufschmerz: Das Gelenk schmerzt besonders morgens oder nach Ruhepausen und bessert sich nach einigen Minuten Bewegung. Viele Betroffene entwickeln unbewusst ein Schonhinken, um das betroffene Gelenk zu entlasten.

Im fortgeschrittenen Stadium nehmen Schmerzhäufigkeit und -intensität zu. Es kommt zu sichtbaren Schwellungen, Überwärmung und Reibegeräuschen (Krepitationen) beim Bewegen des Gelenks. In späten Stadien treten Schmerzen auch in Ruhe und nachts auf, die Beweglichkeit des Sprunggelenks nimmt deutlich ab.

Wie diagnostizieren wir eine Sprunggelenksarthrose?

Wir kombinieren klinische Untersuchung und moderne Bildgebung, um ein vollständiges und individuelles Bild der Situation zu erhalten. Am Beginn steht die Anamnese und körperliche Untersuchung: Wir erfassen die Beschwerdegeschichte, prüfen Beweglichkeit, Stabilität und Schmerzlokalisation des Gelenks.

Anschließend setzen wir je nach Befund folgende Verfahren ein:

  • Röntgen: Zeigt den Gelenkspalt, knöcherne Veränderungen und das Ausmaß des Knorpelverlustes
  • Offenes MRT: Ermöglicht die detaillierte Beurteilung von Knorpel, Bändern und Weichteilen und ist auch für Patientinnen und Patienten mit Platzangst geeignet
  • Ultraschall: Zur Beurteilung von Gelenkergüssen und WeichteilenLaufbandanalyse mit
  • Fußdruckmessung (Podographie): Erfasst das Gangbild dynamisch und zeigt Fehlbelastungen in Bewegung und somit Informationen, die statische Bildgebung nicht liefern kann
Laufanalyse im Orthozentrum Bergstraße

Laufanalyse im Bewegungslabor: dynamische Diagnostik als Schlüssel

In unserem Bewegungslabor untersuchen wir Gelenkstellungen, Körperschwerpunktverlauf und Druckverteilung unter dem Fuß während des Gehens und Laufens. So lassen sich funktionelle Fehlbelastungen aufdecken, die für den Knorpelabbau mitverantwortlich sind. Die Ergebnisse bilden auch die Grundlage für die Auswahl geeigneter orthopädischer Hilfsmittel und einen individuellen Trainingsplan.

Mehr über unser Bewegungslabor erfahren Sie hier.
Laufanalyse im Orthozentrum Bergstraße

Sprunggelenksarthrosen betreffen oft jüngere, aktive Patientinnen und Patienten, häufig als Spätfolge einer Verletzung. Genau deshalb legen wir bei der Diagnose so viel Wert auf die dynamische Laufanalyse: Sie zeigt, was statische Bildgebung allein nicht erfasst.


Zum Profil von Dr. med. Stefan Gouder

Portrait von Dr. med. Stefan Gouder

Dr. med. Stefan Gouder

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Manuelle Medizin / Chirotherapie
Notfallmedizin

Wie behandeln wir Sprunggelenksarthrose?

Ziel jeder Behandlung ist es, Beschwerden zu lindern, das Fortschreiten des Gelenkverschleißes zu verlangsamen und die Beweglichkeit so lange wie möglich zu erhalten. In Fällen, in denen konservative Maßnahmen nicht ausreichen und ein operativer Eingriff medizinisch in Betracht kommt, beraten wir Patientinnen und Patienten eingehend und koordinieren die Weiterversorgung durch geeignete spezialisierte Einrichtungen. Im Orthozentrum Bergstraße stehen folgende konservative Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:

Orthopädische Hilfsmittel

Einlagen, Abrollhilfen und orthopädisches Schuhwerk können das Sprunggelenk entlasten und Fehlstellungen ausgleichen. Bei Achsabweichungen in Varus- oder Valgusrichtung setzen wir gezielt Orthesen ein.

Physiotherapie und Muskelaufbau

Gezielte Kräftigungs- und Mobilisationsübungen unterstützen die Gelenkstabilität und können die Belastung des Knorpels reduzieren. Krankengymnastik und physikalische Therapien ergänzen das Behandlungskonzept.

PRP-Therapie (plättchenreiches Plasma)

Bei der PRP-Therapie wird eine geringe Menge Blut entnommen und so aufbereitet, dass ein plättchenreiches Plasma mit hoher Konzentration körpereigener Wachstumsfaktoren entsteht. Dieses Plasma wird unter sterilen Bedingungen direkt ins betroffene Sprunggelenk injiziert, wo es natürliche Regenerationsprozesse unterstützen und zur Linderung von Entzündungsreaktionen beitragen kann. Da ausschließlich körpereigenes Material verwendet wird, sind allergische Reaktionen in der Regel nicht zu erwarten.

Hyaluronsäure-Injektion

Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil der Gelenkflüssigkeit (Synovia). Durch Hyaluronsäure-Injektionen unter sterilen Bedingungen direkt ins Sprunggelenk kann sie die Gleitfähigkeit im Gelenk verbessern und zur Schmerzlinderung beitragen. Zudem kann sie sich an raue Knorpeloberflächen anlagern und so den vorhandenen Restknorpel schützen.

Medikamentöse Behandlung

Entzündungshemmende Medikamente können phasenweise zur Symptomkontrolle eingesetzt werden.

Wie lässt sich einer Sprunggelenksarthrose vorbeugen?

Einer primären Arthrose lässt sich nicht vollständig vorbeugen. Das Risiko einer sekundären Sprunggelenksarthrose, insbesondere nach Verletzungen, lässt sich durch gezielte Maßnahmen jedoch reduzieren:

  • Verletzungen vollständig austherapieren: Bänderrisse oder Umknicktraumata sollten konsequent behandelt und rehabilitiert werden, um chronische Instabilitäten zu vermeiden
  • Gelenkstabilisierende Muskulatur stärken: Regelmäßiges Kraft- und Koordinationstraining der Fußmuskulatur und des Sehnen-Band-Apparates
  • Gelenkschonende Sportarten bevorzugen: Schwimmen, Radfahren oder Aquajogging belasten das Sprunggelenk deutlich weniger als Laufen auf hartem Untergrund
  • Übergewicht vermeiden: Normales Körpergewicht reduziert die mechanische Belastung des Gelenkknorpels
  • Orthopädische Hilfsmittel frühzeitig einsetzen: Bei ersten Beschwerden oder erkannten Fehlstellungen können Einlagen die Belastungsverteilung verbessern

FAQ zur Sprunggelenksarthrose im Orthozentrum Bergstraße

Inhalt medizinisch geprüft von Dr. med. Stefan Gouder – Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie im Orthozentrum Bergstraße.
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.

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