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Beckenschiefstand
Wenn das Becken aus dem Gleichgewicht gerät
Was tun, wenn die Hüfte schief steht?
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Dr. med. Mehmet Rüzgar
Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie
Sportmedizin
Chirotherapie
Gelenkspezialist

Dr. med. Stefan Gouder
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Manuelle Medizin / Chirotherapie
Notfallmedizin
Was ist ein Beckenschiefstand?
Problematik eines Beckenschiefstands
Das Becken verbindet die Wirbelsäule mit den Beinen und übernimmt eine zentrale Funktion für Stabilität und Beweglichkeit. Idealerweise stehen beide Beckenkämme auf gleicher Höhe, sodass eine waagerechte Ausrichtung gewährleistet ist.
Bei einem Beckenschiefstand ist das Becken seitlich abgekippt. Dadurch entstehen Fehlbelastungen im gesamten Bewegungsapparat. Die Wirbelsäule versucht zunächst, die Beckenfehlstellung auszugleichen. Langfristig kann dies jedoch zu funktionellen oder strukturellen Veränderungen wie einer seitlichen Verkrümmung (Skoliose), muskulären Dysbalancen oder chronischen Rückenschmerzen führen. Eine frühzeitige Diagnostik hilft, Ursachen klar zu identifizieren und geeignete therapeutische Maßnahmen einzuleiten.
Ursachen für einen Beckenschiefstand
01
Struktureller Beckenschiefstand
Beim strukturellen Beckenschiefstand besteht eine tatsächliche anatomische Differenz der Beinlänge. Ist ein Bein messbar kürzer, kippt das Becken im Stand zur betroffenen Seite. Dadurch entstehen Fehlbelastungen der Wirbelsäule, die langfristig eine Skoliose oder chronische Rückenschmerzen begünstigen können.
Mögliche Ursachen:
- Angeborene Beinlängendifferenz
- In der Kindheit erworbene Wachstumsstörungen
- Angeborene Skoliose mit sekundärer Beinlängendifferenz
- Unfallfolgen
- Gelenkprothesen
Hinweis
02
Funktioneller Beckenschiefstand
Beim funktionellen Beckenschiefstand liegt keine anatomische Verkürzung vor. Die Ursache ist meist muskulär bedingt. Verspannungen, muskuläre Dysbalancen oder einseitige Belastungen führen dazu, dass eine Beckenseite stärker nach oben gezogen wird.
Im Gegensatz zur strukturellen Form ist ein funktioneller Beckenschiefstand bei frühzeitiger Therapie in der Regel gut behandelbar und reversibel.
Typische Auslöser:
- Bewegungsmangel oder langes Sitzen
- Fehlhaltungen im Alltag
- Einseitige sportliche Belastung
- Unterschiedlich stark ausgeprägte Muskulatur der Körperhälften (Muskeldysbalance)
- Erhöhter Stress mit muskulärer Spannung
Eine differenzierte orthopädische Untersuchung hilft, zwischen strukturellen und funktionellen Ursachen zu unterscheiden und die passende Therapie einzuleiten.
Welche Symptome deuten auf einen Beckenschiefstand hin?
Ein Beckenschiefstand oder Hüftschiefstand bleibt in der Anfangsphase häufig unbemerkt. Leichte Fehlstellungen verursachen nicht zwingend Beschwerden und können sich insbesondere während des Wachstums sogar zurückbilden. Erst bei zunehmender Ausprägung oder im höheren Lebensalter treten oft Symptome auf.
Spätestens bei Schmerzen beim Gehen, Stehen oder längeren Sitzen sollte eine orthopädische Abklärung erfolgen, um Folgebeschwerden des Bewegungsapparates frühzeitig zu vermeiden.
Typische Symptome bei Beckenschiefstand und Hüftschiefstand
Typische Beschwerden bei einem Beckenschiefstand sind:
- Rückenschmerzen, insbesondere im Bereich der Lendenwirbelsäule
- Nacken- und Schulterschmerzen
- Spannungskopfschmerzen
- Schmerzen in Knie- oder Fußgelenken
- Leistenschmerzen
- ISG-Blockade mit schmerzhafter Bewegungseinschränkung
- Eingeschränkte Beweglichkeit der Hüfte
- Vorzeitiger Verschleiß der Wirbelsäule
- Bandscheibenvorfälle
- Arthrose in Hüft-, Knie- oder Fußgelenken
Zusätzlich kann eine dauerhafte Fehlbelastung zu muskulären Dysbalancen und entzündlichen Reizzuständen führen. Eine gezielte Diagnostik hilft, die Ursache der Beschwerden klar einzuordnen und eine passende Therapie einzuleiten.
Diagnose eines Beckenschiefstands
Ein Beckenschiefstand oder Hüftschiefstand sollte differenziert abgeklärt werden, um zwischen funktionellen und strukturellen Ursachen zu unterscheiden. Im Orthozentrum Bergstraße legen wir großen Wert auf eine präzise Diagnostik, da sie die Grundlage für eine gezielte und erfolgreiche Behandlung bildet.
Anamnese und körperliche Untersuchung
Zu Beginn erfolgt eine ausführliche Anamnese. Dabei werden Auslöser, Dauer und Art der Beschwerden erfasst. Auch frühere Verletzungen, bekannte Beinlängendifferenzen oder bestehende Wirbelsäulenprobleme werden berücksichtigt.
Ein ausgeprägter Beckenschiefstand lässt sich häufig bereits klinisch erkennen. Durch das Abtasten der Beckenkämme und der Wirbelsäule sowie durch die Beurteilung im Stand kann eine seitliche Abkippung des Beckens festgestellt werden. Zusätzlich werden Beweglichkeit, Muskelspannung und mögliche Dysbalancen geprüft.
Bildgebende Verfahren bei Beckenschiefstand
Bei unklaren oder gering ausgeprägten Befunden können bildgebende Verfahren ergänzend eingesetzt werden.
Eine Röntgenuntersuchung ermöglicht die genaue Beurteilung der Knochenstrukturen. Hier lässt sich insbesondere eine strukturelle Ursache wie eine anatomisch bedingte Beinlängendifferenz nachweisen.
4D-Wirbelsäulenvermessung im Orthozentrum Bergstraße
Ein modernes, strahlungsfreies Verfahren zur Analyse eines Beckenschiefstands ist die 4D-Wirbelsäulenvermessung. Sie wird auch bei Skoliose eingesetzt und stellt Fehlstellungen der Wirbelsäule dreidimensional dar.
Da ausschließlich Lichtprojektionen verwendet werden, eignet sich diese Methode besonders gut für Kinder und Jugendliche. Die Untersuchungskosten liegen in der Regel zwischen 100 und 150 Euro. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen diese Kosten meist nicht, während viele private Krankenversicherungen eine Erstattung ermöglichen.
Durch die Kombination aus klinischer Untersuchung und moderner Diagnostik kann die Ursache eines Beckenschiefstands zuverlässig eingeordnet und eine individuell abgestimmte Therapie geplant werden.

Behandlung einer Beinlängendifferenz bei Beckenschiefstand
Eine leichte Beinlängendifferenz wird vom Körper häufig gut kompensiert und muss nicht zwangsläufig behandelt werden. Treten jedoch Beschwerden auf oder beträgt die Differenz mehrere Zentimeter, sollte eine gezielte Therapie erfolgen. Entscheidend sind dabei die Ursache, das Ausmaß der Differenz und das Alter der betroffenen Person.
Therapie bei struktureller Beinlängendifferenz
Bei einer strukturellen Ursache liegt eine tatsächliche anatomische Differenz der Beinlänge vor.
Beinlängendifferenz bei Kindern und Jugendlichen
Während des Wachstums kann es vorübergehend zu unterschiedlichen Beinlängen kommen. Ursache ist ein zeitlich versetztes Knochenwachstum. In vielen Fällen gleicht sich die Differenz bis zum Abschluss der Wachstumsphase wieder aus, sodass zunächst eine kontrollierende Beobachtung ausreicht.
Beinlängendifferenz bei Erwachsenen
Im Erwachsenenalter bleibt eine bestehende Differenz bestehen. Ziel der Therapie ist es daher, das Becken möglichst waagerecht auszurichten und Folgebeschwerden durch einen Beckenschiefstand zu vermeiden.
Mögliche Maßnahmen sind:
- Schuheinlagen bei einer Differenz bis etwa 1 cm, mit regelmäßiger Anpassung
- Absatz- oder Schuhsohlenerhöhungen bei etwa 1 bis 3 cm Unterschied
- Operative Verlängerung des kürzeren Beins ab etwa 3 cm Differenz; dieses Verfahren ist sehr aufwendig, erfordert häufig mehrere Eingriffe und wird nur in ausgewählten Fällen durchgeführt
Besteht eine Skoliose als Ursache der Beinlängendifferenz, erfolgt die Behandlung in der Regel durch Physiotherapie und gegebenenfalls durch das Tragen eines Korsetts.
Therapie bei funktioneller Beinlängendifferenz und Muskeldysbalancen
Bei einer strukturellen Ursache liegt eine tatsächliche anatomische Differenz der Beinlänge vor.
Therapie des funktionellen Beckenschiefstands
Liegt keine anatomische Verkürzung vor, sondern eine muskuläre Ursache, spricht man von einem funktionellen Beckenschiefstand. Dieser ist bei frühzeitiger Behandlung in der Regel vollständig reversibel.
Therapeutische Maßnahmen umfassen:
- Physiotherapie oder Ergotherapie zur Lockerung verspannter Muskulatur
- Gezieltes Kräftigungstraining der abgeschwächten Muskelgruppen
- Muskelaufbau zur Stabilisierung und Korrektur der Haltung
- Manuelle Therapie oder osteopathische Verfahren zur Lösung mechanischer Blockaden
- Dehnübungen für Hüfte und unteren Rücken, beispielsweise im Rahmen von Yoga
- Massagen
- Entspannungsverfahren wie progressive Muskelrelaxation
Durch ein individuell abgestimmtes Therapiekonzept lässt sich ein funktioneller Beckenschiefstand meist nachhaltig korrigieren und Beschwerden können deutlich reduziert werden.

In den meisten Fällen ist ein Beckenschiefstand konservativ gut behandelbar. Entscheidend ist ein individuell abgestimmtes Therapiekonzept aus Diagnostik, Training und funktioneller Stabilisierung.
Dr. med. Stefan Gouder
Wie lässt sich ein Beckenschiefstand vorbeugen?
Einem strukturellen Beckenschiefstand kann nur eingeschränkt vorgebeugt werden, da er häufig angeboren ist oder auf anatomischen Veränderungen beruht. Eine echte Beinlängendifferenz entsteht nicht durch falsche Belastung im Alltag.
Anders verhält es sich beim funktionellen Beckenschiefstand. Dieser entsteht meist durch muskuläre Dysbalancen, Bewegungsmangel oder Fehlhaltungen und lässt sich durch gezielte Maßnahmen häufig verhindern. Ein aktiver Lebensstil sowie regelmäßiges Kraft- und Ausdauertraining tragen wesentlich dazu bei, die Beckenstatik stabil zu halten und einem Hüftschiefstand vorzubeugen.
Präventionsmaßnahmen im Alltag
Bereits kleine Veränderungen im täglichen Verhalten können helfen, einem funktionellen Beckenschiefstand entgegenzuwirken:
- Ausreichend Bewegung bei überwiegend sitzender Tätigkeit
- Treppen statt Aufzug nutzen
- Langes Sitzen vermeiden und aktive Bewegungspausen einlegen
- Einseitige Belastungen reduzieren, beispielsweise Taschen nicht dauerhaft auf derselben Schulter tragen
Gezielte Prävention durch Training und Entspannung
Eine stabile und ausgeglichene Muskulatur im Bereich von Rücken, Bauch und Hüfte ist entscheidend für eine waagerechte Beckenstellung.
Empfehlenswert sind:
- Kräftigung der abgeschwächten Muskelgruppen bei Muskeldysbalancen
- Regelmäßiger Sport
- Gezieltes Training der unteren Rücken- und Hüftmuskulatur
- Ausdauersport zur gleichmäßigen Belastung der gesamten Muskulatur
- Dehnübungen im Hüft- und Lendenbereich zur Vorbeugung von Verkürzungen
Zusätzlich helfen Entspannungsverfahren, muskuläre Verspannungen zu reduzieren:
- Progressive Muskelrelaxation
- Autogenes Training
- Yoga
- Pilates
In bestimmten Fällen kann auch eine begleitende Physiotherapie sinnvoll sein, um Fehlhaltungen frühzeitig zu korrigieren und die Beckenstabilität nachhaltig zu sichern.
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