Plantarfasziitis

Entzündung der Fußsohlensehne

Warum schmerzt die Fußsohle besonders morgens beim ersten Schritt? Dahinter steckt in vielen Fällen eine Plantarfasziitis – eine Entzündung der Plantarfaszie, die zu den häufigsten Ursachen für Fußsohlenschmerzen bei Erwachsenen zählt.

Im Orthozentrum Bergstraße diagnostizieren wir diese Erkrankung mit digitaler Laufbandanalyse, klinischer Untersuchung und bei Bedarf Bildgebung im offenen MRT. Auf Basis der Befunde entwickeln wir einen individuellen Behandlungsplan, der konservative Verfahren wie Einlagenversorgung, Akupunktur und Stoßwellentherapie umfasst. Ob Sportlerinnen und Sportler mit akuten Beschwerden oder Patientinnen und Patienten mit chronisch wiederkehrenden Fußsohlenschmerzen: Wir gehen auf die jeweilige Situation und die Ursachen gezielt ein.

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Digitale Laufbandanalyse

Stoßwellentherapie

Konservative Behandlung ohne Operation

Offenes MRT für umfassende Bildgebung

Stand: April 2026

Das Konzept im Orthozentrum Bergstraße

Ein Großteil der Patientinnen und Patienten mit Fersenschmerzen leidet tatsächlich unter einer Plantarfasziitis. Im Orthozentrum Bergstraße haben wir ein Konzept entwickelt, das auf präziser Diagnostik und individuell abgestimmter Behandlung basiert. Was die Erkrankung auslöst, wie sie sich äußert und wie wir vorgehen, erläutern wir auf dieser Seite.
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Dr. med. Mehmet Rüzgar

Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie
Sportmedizin
Chirotherapie
Gelenkspezialist

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Dr. med. Stefan Gouder

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Manuelle Medizin / Chirotherapie
Notfallmedizin

Plantarfasziitis verstehen: Aufbau und Funktion der Plantarfaszie

Die Plantarfaszie, auch Plantaraponeurose oder Sehnenplatte genannt, ist eine straffe Bindegewebsplatte an der Unterseite des Fußes. Sie verläuft vom Fersenbein bis zu den Zehenknochen und stabilisiert das Fußgewölbe beim Gehen, Stehen und Laufen. Wird sie dauerhaft überlastet, entstehen am Ansatzpunkt am Fersenbein mikroskopisch kleine Einrisse. Die daraus resultierende Entzündungsreaktion wird als Plantarfasziitis bezeichnet, medizinisch auch kalkaneare Enthesiopathie genannt.

Die Erkrankung gehört zu den häufigsten Ursachen für Fußsohlenschmerzen bei Erwachsenen. Schätzungen zufolge entwickeln bis zu 10 von 100 Menschen im Laufe ihres Lebens eine Plantarfasziitis. Am häufigsten betroffen sind Personen zwischen 45 und 65 Jahren sowie Läuferinnen und Läufer, die im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung früher und häufiger erkranken können.

Plantarfasziitis und Fersensporn – zwei verschiedene Befunde

Ein Fersensporn, eine knöcherne Ausziehung am Fersenbein, tritt häufig im Zusammenhang mit einer Plantarfasziitis auf und kann ähnliche Schmerzen verursachen. Umgangssprachlich werden beide Begriffe oft gleichgesetzt, beschreiben jedoch unterschiedliche Befunde: Die Plantarfasziitis ist eine Entzündung der Sehnenplatte, der Fersensporn eine Verknöcherung. Nicht jeder Fersensporn verursacht Beschwerden; eine Plantarfasziitis kann auch ohne sichtbaren Fersensporn bestehen. Eine genaue Differenzierung durch einen Facharzt ist daher wichtig für die richtige Behandlung.
Laufanalyse Close Up im Orthozentrum Bergstraße

Wie entsteht eine Plantarfasziitis?

Überlastung und Mikroverletzungen

Eine Plantarfasziitis entsteht, wenn die Plantarfaszie über einen längeren Zeitraum wiederholten Zug- und Druckbelastungen ausgesetzt ist. Das straffe Bindegewebe reagiert auf anhaltende Überbeanspruchung mit winzigen Einrissen, die am Ansatzpunkt der Faszie am Fersenbein eine chronische Reizung auslösen. Dieser Entstehungsmechanismus erklärt, warum die Beschwerden häufig schleichend beginnen und sich über Wochen bis Monate aufbauen.

Risikofaktoren für eine Plantarfasziitis

Mehrere Faktoren können die Entstehung einer Plantarfasziitis begünstigen:

  • Sportliche Überlastung: Laufen, Joggen, Springen und andere stoßbelastende Aktivitäten erhöhen die Zugspannung auf die Plantarfaszie erheblich.
  • Berufliche Belastung: Längere Stehphasen auf hartem Untergrund beanspruchen die Sehnenplatte dauerhaft.
  • Fußfehlstellungen: Plattfuß, Hohlfuß oder eine ausgeprägte Überpronation verändern die Lastverteilung und setzen die Faszie unter erhöhten Dauerzug.
  • Verkürzte Achillessehne oder Wadenmuskulatur: Eine eingeschränkte Beweglichkeit der Wade erhöht die Zugspannung auf die Plantarfaszie beim Abrollen.
  • Übergewicht: Erhöhtes Körpergewicht steigert die Druckkräfte auf die Fußsohle bei jedem Schritt.
  • Alter: Mit zunehmendem Alter verliert die Plantarfaszie an Elastizität, was das Risiko von Mikroverletzungen erhöhen kann.
  • Ungeeignetes Schuhwerk: Fehlende Dämpfung oder Schuhe mit hohen Absätzen können die Fußbiomechanik ungünstig beeinflussen.
  • Systemische Erkrankungen: Rheumatoide Arthritis, Gicht und andere entzündlich-rheumatische Erkrankungen können eine Plantarfasziitis begünstigen oder verstärken.

Symptome der Plantarfasziitis

Anlaufschmerz als typisches Frühzeichen

Das charakteristischste Symptom einer Plantarfasziitis ist der sogenannte Anlaufschmerz: ein stechender oder brennender Schmerz an der Fußsohle, der besonders morgens nach dem Aufstehen oder nach längeren Ruhephasen auftritt. Nach einigen Minuten des Gehens lässt der Schmerz in vielen Fällen nach, kann jedoch nach intensiver Belastung oder langen Stehphasen erneut zunehmen.

Lokalisation und Ausbreitung

Der Hauptschmerzpunkt liegt direkt am Ansatz der Plantarfaszie am Fersenbein, unterhalb der Fußsohle im Fersenbereich. Bei fortgeschrittener Erkrankung strahlt der Schmerz häufig in die Fußinnenseite oder in den gesamten Fuß aus. In frühen Phasen treten Beschwerden vorwiegend unter Belastung auf; mit der Zeit können sie auch in Ruhe bestehen.

Eine Plantarfasziitis kann an einem oder an beiden Füßen gleichzeitig auftreten. Wenn Sie anhaltende Fersenschmerzen bemerken, die sich trotz Entlastung nicht bessern, empfehlen wir eine frühzeitige fachärztliche Abklärung – auch um andere mögliche Ursachen sicher auszuschließen.

Chronifizierung und Schonhaltung

Bleibt eine Plantarfasziitis unbehandelt, besteht das Risiko, dass sich die Beschwerden chronifizieren. Viele Patientinnen und Patienten entwickeln unbewusst eine Schonhaltung, indem sie den betroffenen Fuß beim Gehen entlasten und verstärkt auf der Außenseite auftreten. Diese veränderte Gangmechanik kann langfristig Folgebeschwerden in Knie, Hüfte oder Wirbelsäule begünstigen.

Eine Plantarfasziitis wird häufig unterschätzt. Wer die Ursachen der Überlastung früh kennt und gezielt behandelt, kann eine Chronifizierung in vielen Fällen verhindern.


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Portrait von Dr. med. Stefan Gouder

Dr. med. Stefan Gouder

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Manuelle Medizin / Chirotherapie
Notfallmedizin

Diagnose der Plantarfasziitis im Orthozentrum Bergstraße

Wir beginnen jede Diagnostik mit einem ausführlichen Gespräch über Schmerzbeginn, Schmerzcharakter, Belastungsverhalten und Risikofaktoren. Bei der körperlichen Untersuchung tasten wir die Plantarfaszie ab und prüfen gezielt, ob Druck auf den Fersenbeinansatz die typischen Beschwerden reproduziert. Ergänzend setzen wir den Dorsalextensionstest ein: Das Anziehen der Zehen dehnt die Plantarfaszie und verstärkt bei einer bestehenden Entzündung den Schmerz – ein klinisch relevanter Hinweis.

Digitale Laufbandanalyse

Ein zentrales Instrument der Plantarfasziitis-Diagnostik im Orthozentrum Bergstraße ist unsere digitale Laufbandanalyse. Drucksensoren im Laufband erfassen, wie Patientinnen und Patienten ihren Fuß beim Gehen belasten. Gleichzeitig zeichnen Videokameras den Gang aus mehreren Perspektiven auf. So erkennen wir, ob eine Fehlbelastung, eine Überpronation oder ein asymmetrisches Gangbild die Plantarfasziitis mitverursacht oder aufrechterhalten hat. Diese Informationen sind die Grundlage für eine passgenaue Einlagenversorgung und gegebenenfalls eine Schuhzurichtung.
Laufanalyse im Orthozentrum Bergstraße

Bildgebung – Röntgen und offenes MRT

Röntgenaufnahmen schließen knöcherne Ursachen wie Stressfrakturen aus und erlauben eine Beurteilung des Fersenbeinansatzes. Bei komplexen oder therapieresistenten Verläufen ist eine weiterführende Bildgebung sinnvoll, etwa um einen Faszienriss oder ein Knochenödem im Fersenbein zu beurteilen. Hierfür steht im Orthozentrum Bergstraße ein offenes MRT zur Verfügung, das besonders für Patientinnen und Patienten mit Platzangst oder eingeschränkter Beweglichkeit geeignet ist. Ergänzend setzen wir bei Bedarf Ultraschall ein, zum Beispiel zur Darstellung des entzündeten Gewebes vor einer Infiltration.

Behandlung der Plantarfasziitis im Orthozentrum Bergstraße

Die Behandlung einer Plantarfasziitis richtet sich nach Schweregrad, Ursache und Dauer der Beschwerden. Wir entscheiden gemeinsam mit Patientinnen und Patienten, welche konservative Therapie zur jeweiligen Situation passt. Eine Operation ist bei der Plantarfasziitis nur selten erforderlich.

Einlagen, Gelkissen und Schuhversorgung

In vielen Fällen beginnen wir mit einer orthopädischen Einlagenversorgung. Weichgepolsterte Einlagen oder Gelkissen entlasten die Plantarfaszie beim Gehen und Stehen. Wenn die Laufbandanalyse eine Fußfehlstellung ergibt, kann zusätzlich eine individuelle Schuhzurichtung sinnvoll sein, die den Gang biomechanisch unterstützt.

Medikamentöse Therapie

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) können helfen, die Entzündung zu lindern und Schmerzen kurzfristig zu reduzieren. Die Einnahme erfolgt nach ärztlicher Empfehlung und über einen begrenzten Zeitraum, da NSAR die Ursache der Plantarfasziitis nicht beseitigen.

Physiotherapie und Dehnübungen

Gezielte Dehn- und Kräftigungsübungen für die Wadenmuskulatur und die Plantarfaszie können dazu beitragen, die Zugspannung auf die Sehnenplatte zu reduzieren. Wir beraten Patientinnen und Patienten individuell zu geeigneten Übungen und empfehlen bei Bedarf eine physiotherapeutische Begleitbehandlung.

Akupunktur

Akupunktur wird bei Plantarfasziitis gelegentlich eingesetzt. Durch die Stimulation spezifischer Punkte im Bereich des Fußes und der Wade kann sie in manchen Fällen dazu beitragen, Schmerzen zu lindern und die natürlichen Heilungsprozesse zu unterstützen. Im Orthozentrum Bergstraße verfügt Dr. med. Uwe Baumgärtner über das A- und B-Diplom in Akupunktur.

Stoßwellentherapie bei chronischer Plantarfasziitis

Bei länger andauernden oder chronischen Verläufen einer Plantarfasziitis hat sich die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) als Behandlungsoption bewährt. Dabei werden fokussierte Schalldruckwellen gezielt auf den entzündeten Ansatzpunkt der Plantarfaszie geleitet. Die Stoßwellen regen die Durchblutung im Gewebe an und können den Abbau von Kalkdepots sowie natürliche Heilungsprozesse unterstützen. Die Behandlung erfolgt ambulant, dauert pro Sitzung nur wenige Minuten und kommt ohne Operation aus. Je nach Befund und Heilungsverlauf sind in der Regel 5 bis 10 Sitzungen notwendig. Den voraussichtlichen Behandlungsumfang besprechen wir vorab individuell mit Patientinnen und Patienten.

Stoßwellentherapie im Orthozentrum Bergstraße

  • Regt natürliche Heilungsprozesse im Gewebe an

  • Kann Schmerzen bei Sehnen-, Muskel- oder Knochenreizungen lindern

  • Ambulante, schonende Behandlung ohne Operation

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Prävention und Nachsorge bei Plantarfasziitis

Vorbeugung durch Laufbandanalyse und Beratung

Wer häufig läuft, beruflich lange steht oder bekannte Risikofaktoren wie Fußfehlstellungen hat, kann von einer vorbeugenden Laufbandanalyse profitieren. Wir beurteilen dabei die Fußbelastung und empfehlen bei Bedarf geeignete Einlagen oder Schuhkorrekturen, bevor sich Beschwerden entwickeln.

Nachsorge nach erfolgreicher Behandlung

Nach einer abgeschlossenen Therapie empfehlen wir eine Kontrolle der Gangmechanik mittels Laufbandanalyse. Wenn sich durch die Entzündung ein verändertes Gangbild entwickelt hat, kann eine krankengymnastische Behandlung die Gangkorrektur unterstützen und das Risiko eines Rückfalls reduzieren. Regelmäßige Dehnübungen, geeignetes Schuhwerk und das Vermeiden von Überlastung helfen, einer erneuten Plantarfasziitis langfristig vorzubeugen.

FAQ zur Plantarfasziitis im Orthozentrum Bergstraße

Inhalt medizinisch geprüft von Dr. med. Stefan Gouder – Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie im Orthozentrum Bergstraße.
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.

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