BWS Syndrom

Rückenschmerzen zwischen den Schulterblättern


Fast jede und jeder von uns leidet im Lauf des Lebens einmal unter Rückenschmerzen. So häufig, wie die Schmerzen vorkommen, so vielfältig sind auch ihre Ursachen. Ärztinnen und Ärzte ordnen die Schmerzen zunächst nach dem Abschnitt der Wirbelsäule ein, in dem sie sich bemerkbar machen. Neben den häufig auftretenden Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) und der Lendenwirbelsäule (LWS) kann auch die Brustwirbelsäule (BWS) Patientinnen und Patienten Probleme bereiten.

Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule und Brustwirbelblockierungen können durch eine Vielzahl verschiedener Ursachen ausgelöst werden, die zu ähnlichen Symptomen führen. Eine Kombination aus Symptomen, die sich ähnlich darstellt und entwickelt, aber durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden kann, nennen Medizinerinnen und Mediziner ein Syndrom.

Als BWS Syndrom (alternativ auch BWS-Blockierung oder Brustwirbelblockierung) bezeichnen Ärztinnen und Ärzte typische Rückenschmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule unabhängig von ihrer Ursache. Um ihren Patientinnen und Patienten bestmöglich helfen zu können, machen sie sich auf die Suche nach Auslösern für die BWS Blockierung und planen gemeinsam mit ihren Patientinnen und Patienten die passende Therapie.

Wir sind auf die Behandlung von BWS Syndrom spezialisiert

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Unsere Experten


Mit ihrer jahrelangen Erfahrung sind unsere Ärzte darauf spezialisiert Ihnen bei allen Beschwerden, die bei einem BWS Syndrom auftreten können, weiterzuhelfen. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, einen möglichst beschwerdefreien Alltag wieder für Sie herzustellen.
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Porträt von Dr. med. Uwe Baumgärtner

Dr. med. Uwe Baumgärtner


Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie und Akupunktur (A-und B-Diplom)

Porträt von Dr. med. Mehmet Rüzgar

Dr. med. Mehmet Rüzgar


Facharzt für Chirurgie, Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin

Wie entsteht eine BWS Blockade?

Anatomie: Knochen, Nerven, Muskeln und Gelenke


Um besser zu verstehen, wie eine Brustwirbelblockierung entstehen kann, lohnt sich ein Blick in die Anatomie. Die Brustwirbelsäule besteht aus zwölf Wirbelkörpern, in deren Mitte senkrecht der Spinalkanal verläuft. Im Spinalkanal liegt, gut geschützt durch die Wirbelsäule, das Rückenmark. An jedem Wirbelkörper tritt aus dem Rückenmark seitlich nach rechts und links jeweils ein Spinalnerv aus. Dieser Nerv setzt sich dann im weiteren Verlauf gürtelförmig als Interkostalnerv (lateinisch für „Zwischenrippennerv“) bis kurz vor das Brustbein fort.

Die Interkostalnerven sind für die Beweglichkeit der Muskulatur des Brustkorbs und der Wirbelsäule, aber auch für eine Vielzahl von Empfindungen in ihrem Versorgungsbereich verantwortlich. Die Wirbelkörper der Brustwirbelsäule bilden, wie die Wirbel der Hals- und Lendenwirbelsäule, Gelenke zu den benachbarten Wirbelkörpern aus. Diese Gelenke nennt man Intervertebralgelenke. Zwischen den Wirbelkörpern liegt dabei jeweils eine Bandscheibe.

Nur im Bereich der Brustwirbelsäule bilden die Wirbelkörper darüber hinaus auch Gelenke zu den Rippen aus. Die gesamte Wirbelsäule ist auf allen Seiten mit einer Vielzahl von Muskeln unterschiedlichster Größe versehen. Die Muskulatur der Wirbelsäule stellt einerseits eine ausdauernde Anspannung, die etwa beim Sitzen, Stehen oder Gehen nötig ist, sicher. Andererseits erlaubt sie aber auch eine hohe Flexibilität und Beweglichkeit der Wirbelsäule.

Wichtige Strukturen, die an der Entstehung einer Brustwirbelblockierung beteiligt sein können, sind also:


  • die Knochen der Wirbelsäule
  • die Bandscheiben
  • die Muskulatur der Wirbelsäule
  • die Spinal- und Interkostalnerven
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Knochen und Knorpel verändern sich im Laufe des Lebens


Knochen und Knorpel sind lebendige Gewebe, die sich im Laufe des Lebens stetig verändern. Sie werden genau wie die Muskulatur je nach Belastung auf- und umgebaut. Manche Veränderungen an Knochen und Knorpel sind aber auch ganz natürliche Alterungsprozesse.

Altersbedingte Veränderungen der Wirbelsäule treten bei nahezu jedem Menschen auf, wobei das Ausmaß und der Beginn dieser Veränderungen individuell sehr unterschiedlich sein kann. Diese Veränderungen, die auch zu einer Brustwirbelblockierung führen können, bezeichnet man als degenerative Wirbelsäulenveränderungen.

Sie beginnen meist an den knorpeligen Bandscheiben. Bandscheiben bestehen aus einem gelartigen Kern, in dem viel Wasser gebunden ist, und einer Randzone aus festem Faserknorpel. Der elastische Kern wirkt wie ein Stoßdämpfer zwischen den Wirbelkörpern. Gleichzeitig erlaubt er eine gewisse Verschieblichkeit der Wirbel untereinander. Der feste Rand der Bandscheiben hält den elastischen Kern in Position.

Bandscheibenvorfall und Chondrose als Ursachen für eine BWS Blockade


Ab dem Ende der Wachstumsphase nimmt der Wassergehalt des elastischen Kerns ab und wird weniger elastisch. Gleichzeitig wird das straffe Fasergewebe am Rand der Bandscheiben etwas spröder. Dadurch kann es passieren, dass der Kern der Bandscheibe durch das Fasergewebe teilweise hindurch gleitet und auf einen Nerv drückt. Diesen Vorgang bezeichnet man als Bandscheibenvorfall. Er ist eine eher seltene, aber mögliche Ursache einer Brustwirbelblockade. Weitaus häufiger kommt dies im Bereich der Lendenwirbelsäule vor.

Häufiger kommt es beim BWS Syndrom durch den Flüssigkeitsverlust in der Bandscheibe zu einer Verkleinerung des Gelenkspalts. Diesen Vorgang bezeichnen Ärztinnen und Ärzte als Chondrose. Dadurch, dass sich der Gelenkspalt verkleinert, werden dann die Knochen auf beiden Seiten des Intervertebralgelenks übermäßig beansprucht. Durch die Überbelastung kommt es zur Arthrose mit Verformung der am Gelenk beteiligten Knochen. Auch die Nerven, die seitlich zwischen den einzelnen Wirbelkörpern austreten, können bei diesem Vorgang eingeengt werden und dadurch ein BWS Syndrom verursachen.

Degenerative Veränderungen der Wirbelsäule, wie Chondrose und Arthrose der Wirbelgelenke können auch durch eine regelmäßige Überbelastung der Wirbelsäule, zum Beispiel durch das Heben und Tragen schwerer Lasten, hervorgerufen werden.

Muskelverspannungen als häufiger Grund für eine Brustwirbelblockade


Nicht nur degenerative Wirbelsäulenveränderungen können ein BWS Syndrom auslösen. Sehr häufig sind auch Muskelverspannungen im Bereich der Brustwirbelsäule die Ursache für eine BWS Blockierung. Eine große Zahl von Muskeln vor, hinter und zu beiden Seiten der Wirbelsäule hält uns ständig im Gleichgewicht, wenn wir sitzen, stehen oder gehen. In vielen Situationen unseres modernen Lebens werden allerdings bestimmte Muskelpartien dauerhaft überlastet, während andere viel zu wenig aktiviert werden.

Lange Arbeiten im Sitzen mit wenig Bewegung im Rücken führen oft zu einseitigen Überlastungen der Muskulatur auf der Rückseite der Brustwirbelsäule. Die verspannte Muskulatur kann dann schmerzen und eine Brustwirbelblockade mit eingeschränkter Beweglichkeit der Brustwirbelsäule verursachen.

Verspannte Muskeln können aber auch Druck auf Nerven ausüben. Dadurch können die Schmerzen mitunter weit in den vorderen Bereich des Brustkorbs ausstrahlen.

Patientinnen und Patienten, die unter einem BWS Syndrom leiden, haben insgesamt häufig:


  • ein mittleres Lebensalter
  • wenig Bewegung, sitzende Bildschirmarbeit
  • körperlich anspruchsvolle Berufe, bei denen regelmäßig schwere Lasten getragen werden
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Wie macht sich ein BWS Syndrom bemerkbar?

Patientinnen und Patienten mit einer BWS Blockade klagen häufig über bewegungs- oder atemabhängige, dumpfe, drückende Schmerzen zwischen den Schulterblättern, die gürtelförmig nach vorn in Richtung Brustbein ziehen können. Die Schmerzen lassen sich in der Regel durch Drücken und Klopfen auf die Brustwirbelsäule auslösen oder verstärken. Oft gehen die Schmerzen auch mit einer eingeschränkten Beweglichkeit der Brustwirbelsäule einher.

Zusätzlich zu den Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule klagen Patientinnen und Patienten mit einer BWS Blockade mitunter auch über Nackensteifigkeit und schmerzende Muskelverspannungen im Rücken.

Zusammengefasst sind Schmerzen, die ein BWS Syndrom verursacht:


  • dumpf und drückend
  • bewegungs- oder atemabhängig
  • durch Drücken und Klopfen auslösbar
  • mitunter ausstrahlend in andere Körperregionen
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Wie wird ein BWS-Syndrom diagnostiziert?

1. Anamnese


Der erste Schritt auf dem Weg zur richtigen Diagnose ist stets eine gründliches Anamnesegespräch. Ärztinnen und Ärzte fragen bei den klassischen Symptomen einer BWS Blockierung ausführlich nach der Art, dem Ort der Dauer der Schmerzen. Wichtig ist es für sie auch zu erfahren, wie die Lebensumstände der Patientin oder des Patienten sind. Beruf und Lebensstil können wichtige Hinweise auf die Ursache der Schmerzen liefern.

Außerdem werden gezielt charakteristische Merkmale anderer Krankheiten abgefragt, die sich zunächst ähnlich wie eine BWS Blockierung äußern können und nicht unbehandelt bleiben sollten. Dazu gehören zum Beispiel Erkrankungen des Rheumatischen Formenkreises oder Osteoporose. Um rheumatische oder entzündliche Prozesse auszuschließen, kann auch Blut abgenommen und untersucht werden.

2. Körperliche Untersuchung


In der körperlichen Untersuchung achten Ärztinnen und Ärzte vor allem auf ungewöhnliche Haltungen und Bewegungseinschränkungen sowie muskuläre Verspannungen der Brustwirbelsäule. Sie prüfen auch, ob sich die Schmerzen der Brustwirbelblockade durch Drücken und Klopfen auf die Wirbelsäule verändern lassen. Schließlich wird die Funktion der Nerven im Bereich der Brustwirbelsäule überprüft.
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3. Bildgebende Verfahren


Die genauen Ursachen der BWS Blockade lassen sich besonders gut in der Bildgebung wie beispielsweise beim Röntgen analysieren. Röntgenbilder zeigen besonders präzise die Knochen und ihre Konturen. Hier lassen sich Fehlstellungen der Wirbelsäule beurteilen. Auch Veränderungen an den Gelenken zwischen einzelnen Wirbelkörpern können schon im Röntgenbild sichtbar werden.

Die große Stärke der Kernspintomographie (MRT) ist es hingegen, Veränderungen an Weichteilen wie Bandscheiben, Muskeln und Bändern darzustellen. Durch MRT-Bilder können degenerative Erkrankungen im Bereich der Brustwirbelsäule frühzeitig erkannt und gezielt behandelt werden.


Wie wird ein BWS Syndrom behandelt?

Die Behandlung des BWS Syndroms kann in aller Regel konservativ erfolgen. Ziel der Behandlung einer BWS Blockierung ist es, Patientinnen und Patienten möglichst schnell von Schmerzen zu befreien und eine uneingeschränkte Beweglichkeit des Rückens wiederherzustellen.

Konservative Therapieformen bei BWS Syndrom


Wichtig ist es, trotz der Brustwirbelblockade möglichst bald wieder körperlich aktiv zu werden und die Rückenmuskulatur zu stärken. Bewährte Medikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac sorgen dafür, dass dabei keine Schmerzen entstehen.

Neben viel Bewegung und einer gezielten Kräftigung der Rückenmuskulatur helfen bei einer BWS Blockierung weitere konservative Maßnahmen wie

  • Krankengymnastik,
  • manuelle Therapie,
  • Wärmeapplikation
  • und Rückenschule.

Gemeinsam mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt planen Patientinnen und Patienten individuell die für sie passende Therapie.

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Wie lässt sich einem BWS Syndrom vorbeugen?

Alterungserscheinungen der Wirbelsäule sind grundsätzlich ganz normal. Trotzdem können Patientinnen und Patienten selbst einiges dafür tun, dass ihr Rücken möglichst gesund und beweglich bleibt. Schon einfache Maßnahmen im Alltag können helfen, eine BWS Blockierung zu vermeiden.

So sollten Büroarbeitsplätze möglichst ergonomisch eingerichtet werden. Wer viel im Sitzen arbeitet, sollte ganz bewusst regelmäßig aufstehen und immer wieder die Möglichkeit nutzen, ein paar Schritte zu gehen. Alle, die sich angewöhnen, Treppen zu steigen, statt den Fahrstuhl zu nehmen, tun nicht nur ihrem Herzen, sondern auch ihrem Rücken etwas Gutes.

Muss beruflich der Rücken ohnehin stark in Anspruch genommen werden, sollte besonders darauf geachtet werden, alle Bewegungen rückenschonend auszuführen. Ganz unabhängig vom Beruf lohnt es sich, gezielt die Rückenmuskulatur zu stärken, sich regelmäßig und abwechslungsreich zu bewegen und den Rücken nicht einseitig zu überlasten.

Sportarten wie Schwimmen oder Nordic Walking sind zum Beispiel gut geeignet, um den Rücken zu stärken und einer BWS Blockierung vorzubeugen.

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