Akupunktur

Die Akupunktur hat ihren Ursprung in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und bietet eine Heilmethode, die sich von vielen anderen Therapien unterscheidet. Doch was macht sie so besonders? Welches Konzept steckt dahinter, und wie funktioniert die Behandlung genau? Im Orthozentrum Bergstraße haben wir spezielle Behandlungskonzepte etabliert, um Beschwerden mit Akupunktur schnell und effizient zu lindern.

9 Minuten

Zuletzt aktualisiert: 10.03.2025

Akupunktur: Von der Ablehnung zur anerkannten Therapie

Lange Zeit wurde die Akupunktur in westlichen Ländern von der Schulmedizin abgelehnt, da sie entweder als wirkungslos galt oder als Pseudotherapie mit reinem Placebo-Effekt abgetan wurde. Inzwischen jedoch gewinnt die Methode zunehmend an Anerkennung, und immer mehr Ärzte verschiedener Fachrichtungen spezialisieren sich auf die Behandlung mit den feinen Nadeln.

Das Qi als Grundlage der Traditionellen Chinesischen Medizin

„Die Einheit des Qi des Himmels und des Qi der Erde wird menschliches Wesen genannt.“ – Huang Di, der Gelbe Kaiser Chinas und TCM-Gelehrter.

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz: Der menschliche Körper wird nicht in einzelne Organe oder Bestandteile unterteilt, sondern als Einheit betrachtet.

Im Mittelpunkt steht die Lebensenergie Qi, die entlang sogenannter Meridiane – den Leitbahnen des Organismus – durch den Körper fließt. Ist dieser Energiefluss blockiert, kann es zu gesundheitlichen Beschwerden kommen. Die Akupunktur hilft, diesen Fluss zu regulieren, indem gezielt bestimmte Punkte entlang der Meridiane stimuliert werden, die sich nahe der Körperoberfläche befinden.

Akupunkturpunkte: Präzise Stimulation entlang der Meridiane

Bereits im 2. Jahrhundert verfasste der chinesische Medizinautor Huangfu Mi das älteste bekannte Akupunktur-Handbuch, in dem er 349 Akupunkturpunkte beschrieb. Heute sind insgesamt 365 Akupunkturpunkte entlang der zwölf Hauptmeridiane des Körpers bekannt.

Um diese Punkte präzise zu lokalisieren und gezielt zu stimulieren, ist ein fundiertes Fachwissen erforderlich. Dieses wird im Rahmen einer speziellen Ausbildung vermittelt, da die korrekte Anwendung entscheidend für den therapeutischen Erfolg der Akupunktur ist.

Herkunft und Technik der Akupunktur

Der Begriff Akupunktur stammt aus dem Lateinischen und setzt sich aus „Acus“ (Nadel) und „Punctio“ (Stechen/Stich) zusammen. Er beschreibt die feinen Akupunkturnadeln, die so hauchdünn sind, dass das Einstechen in die Haut in der Regel schmerzfrei erfolgt.

Für die Behandlung werden sterile Edelstahlnadeln verwendet. Diese besitzen eine Nadelspitze mit einem Durchmesser von 0,15 bis 0,4 mm, während der Nadelschaft zwischen 1,5 und 15 cm lang sein kann.

In China wird Akupunktur als „Wai Zhi“ bezeichnet, was „äußere Therapie“ bedeutet. Sie umfasst neben dem Nadeln auch weitere TCM-Verfahren, darunter die Moxibustion (Wärmeanwendung auf Akupunkturpunkten) sowie verschiedene Punktmassagen wie Akupressur oder Tuina.

Die Triggerakupunktur stellt ein tonussenkendes Verfahren zur Behandlung von muskulären Verspannungen dar. Sie hat mit der allgemein bekannteren chinesischen Akupunktur nichts gemeinsam und die Therapieansätze sind völlig unterschiedlich.

Dr. med. Uwe Baumgärtner

Platzierung der Akupunkturnadeln: Präzise Stimulation an speziellen Punkten

Die Akupunkturpunkte befinden sich an Stellen, an denen das Bindegewebe besonders weich ist. Hier weisen die Faszien kleine Lücken auf, wodurch sich diese Punkte ideal für die Stimulation eignen.

Die feinen Nadeln werden gezielt an diesen Punkten in die Haut gestochen und verbleiben dort für 15 bis 20 Minuten, um ihre Wirkung optimal zu entfalten.

Wirkung der Akupunktur: Schmerzreduktion und positive Emotionen

Durch das Setzen der Akupunkturnadeln werden gezielte Punkte im Körper gereizt, was eine verstärkte Ausschüttung bestimmter Botenstoffe bewirkt. Diese Substanzen können sowohl Schmerzen lindern als auch das emotionale Wohlbefinden positiv beeinflussen.

Zu den ausgeschütteten Stoffen gehören unter anderem die sogenannten „Glückshormone“ Serotonin und Endorphine sowie körpereigene Schmerzstiller, die eine entspannende und schmerzlindernde Wirkung haben.

Ganzheitliche Wirkung der Akupunktur: Entspannung und Selbstheilung

Die Akupunktur entfaltet eine tiefgreifende Wirkung auf den gesamten Organismus. In erster Linie entspannt sich die Muskulatur, der Hormonhaushalt wird ausgeglichen und sowohl das Immunsystem als auch der Stoffwechsel werden angeregt. Dadurch kann die Lebensenergie (Qi) wieder ungehindert durch den Körper fließen, was eine ganzheitliche Harmonisierung bewirkt.

Ein wesentlicher Effekt ist die Aktivierung der Selbstheilungskräfte. Um nachhaltige Erfolge zu erzielen, reicht jedoch eine einzelne Behandlung nicht aus. Empfohlen werden mindestens zehn Sitzungen, idealerweise mit einer Frequenz von zwei Sitzungen pro Woche.

Individuelle Akupunktur­behandlung im Orthozentrum Bergstraße

In westlichen Ländern wird die Akupunktur häufig eingesetzt, wenn keine eindeutige Ursache für Schmerzen oder Erkrankungen gefunden wird oder wenn klassische schulmedizinische Behandlungen nicht den gewünschten Erfolg bringen.

Im Orthozentrum Bergstraße legen wir großen Wert auf eine individuelle Diagnostik. Wir analysieren die Beschwerden unserer Patienten und Patientinnen gezielt, um eine maßgeschneiderte Akupunkturbehandlung anzuwenden, die auf die jeweiligen Symptome abgestimmt ist.

Anwendungsgebiete der Akupunktur: Vielfältige Einsatz­möglichkeiten

Die Akupunktur kann bei einer Vielzahl von Beschwerden und Erkrankungen eingesetzt werden. Besonders bewährt hat sie sich in folgenden Bereichen:

Erkrankungen des Bewegungsapparates:

  • Schmerzen an Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule
  • Bandscheibenvorfälle
  • Sehnen- und Gelenkerkrankungen
  • Tennisellenbogen
  • Schmerzen in Knie und Hüfte
  • Arthroseschmerzen
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Sämtliche muskuläre Beschwerden
  • Nachbehandlung von Operationen

Vegetative Störungen:

  • Schlaflosigkeit
  • Erschöpfungssyndrom
  • Libidoverlust
  • Funktionelle Herzbeschwerden

Akute und chronische Schmerzen:

Neurologische Erkrankungen:

  • Migräne
  • Gürtelrose
  • Polyneuropathie

Erkrankungen der Atemwege:

  • z. B. Asthma

Gynäkologische Erkrankungen:

  • z. B. Menstruationsstörungen

Suchtkrankheiten:

  • z. B. Raucherentwöhnung

Weitere Anwendungsgebiete:

  • Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen
  • Augenerkrankungen
  • Allergien (z. B. Heuschnupfen)

Akupunktur: Für wen ist sie geeignet?

Die Akupunktur ist grundsätzlich für jeden geeignet, selbst für ältere Menschen, Schwangere und Kinder. Da es sich um eine sanfte und nebenwirkungsarme Therapie handelt, kann sie in vielen Lebenssituationen angewendet werden.

Trotz der guten Verträglichkeit wird empfohlen, vor Beginn der Behandlung einen Arzt zu konsultieren, um individuelle gesundheitliche Aspekte abzuklären und die bestmögliche Therapieform zu wählen.

Nebenwirkungen der Akupunktur: Selten und meist harmlos

Bei einer fachgerechten Durchführung durch geschultes Personal sind Nebenwirkungen der Akupunktur äußerst selten. In wenigen Fällen kann es zu leichten Reaktionen kommen, darunter:

  • Schwitzen
  • Hitzegefühl an den Akupunkturpunkten
  • Vorübergehender Schwindel
  • Leichte Hautrötungen
  • Selten kleine Blutstropfen an der Einstichstelle

Diese Symptome sind in der Regel unbedenklich und klingen schnell wieder ab.

Sonderform: Triggerpunktakupunktur

Eine besondere Form der Akupunktur ist die Triggerpunktakupunktur. Sie wird gezielt eingesetzt, um Verspannungen und verhärtete Muskelbereiche zu lösen. Diese Methode ist besonders wirksam bei muskulären Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Auch diese Behandlungsmethode bieten wir im Orthozentrum Bergstraße an.

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